Wo Kärntner Exporte keine Flaute spüren
Die Außenwirtschaft erwartet ein hartes Jahr. Doch in manchen Branchen hält der Boom an.
Kärntens Exporte, in den letzten Jahren ein starker Konjunkturmotor, stocken wegen der internationalen Wirtschaftsflaute. Wie ernst ist die Lage?
MEINRAD HÖFFERER: Wir gehen von einer Stagnation auf hohem Niveau aus. Österreichs Exporte überschritten 2006 die 100-Milliarden-Grenze, 2008 lagen wir schon fast bei 120 Milliarden Euro, davon 85 Milliarden Euro in die EU. Kärnten liegt bei rund fünf Milliarden Euro Warenwert - da wird sich der Export heuer wohl einpendeln. Der raue Wind auf den internationalen Märkten ist zu spüren. Kärnten steht durch die klein- und mittelständische Struktur aber flexibler da.
Welche Branchen sind besonders von der Exportflaute betroffen?
HÖFFERER: Neben der Autozulieferbranche haben die Maschinerzeuger Probleme. Im Ersatzteilbereich, etwa bei Batterien, gibt es aber keine Stagnation.
Gibt es Kärntner Industriezweige, die weiter boomende Geschäfte im Export machen?
HÖFFERER: Ja, zum Beispiel der innovativen Holzbau im Wellnessbereich. Sehr erfolgreich exportieren auch jetzt die Solarindustrie, die Umwelttechnik und die Recycling-Branche. Im gesamten Bereich Alternativenergie können sich die Exporte auch jetzt sehen lassen, hin bis zu den Passivhäusern. Für die thermische Sanierung haben wir mit Italien gerade ein Projekt unterzeichnet. Unser größter Export-Vorteil ist die Mitgliedschaft in der Europäischen Union und in der Eurozone. Da haben wir auch keine Probleme mit der Abwertung der Währung wie manche Länder in Osteuropa.
Wie spüren wir die Lage in Südosteuropa bei den Exporten?
HÖFFERER: In Slowenien sehen wir noch keine markanten Rückgänge. Dort haben auch viele Montagebetriebe gute Aufträge, derzeit auch noch in Kroatien. Mit Serbien erleichtert ein Handelsabkommen die Situation.
Die Wirtschaftskammer will 2009 trotz der Krise bundesweit 2000 neue Exporteure gewinnen. Wie viel sollen es in Kärnten sein?
HÖFFERER: 150 bis 200. Wir stellen Mittel der Kärntner Exportförderung bereit. Ab April läuft ein neues Go-International-Programm. Wir haben zum Beispiel Dienstag in Villach ein Event, wo sich 60 Firmen als Neu-Exporteure für Slowenien interessieren.














