Trotz Krise - Österreichs Exporte haben zugelegt
Österreichs Außenhandel hat in den Monaten November und Dezember die Auswirkungen der weltweiten Konjunkturkrise bereits zu spüren bekommen und das Gesamtjahr 2008 im Vergleich zu den Vorjahren nur noch mit bescheidenen Wachstumsraten abgeschlossen.

Foto © APÖsterreichs Exporte sind gestiegen
Die
Außenhandelsbilanz ist nach einem kleinen Aktivum 2007 im Vorjahr
aufgrund des vergleichsweise hohen Defizits mit der EU-27 wieder
negativ ausgefallen.
2009 wird hart.
2009 werde ein "hartes Exportjahr", sagte
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl am Montag bei der
Präsentation der Außenhandelsdaten, ohne genaue Prognosen für das
laufende Jahr abzugeben. Ziel sei es, "besser abzuschneiden als
andere vergleichbare Länder". Er hoffe, dass "im zweiten Halbjahr
eine Trendwende sichtbar" werde, dann könne Österreich "mit einem
blauen Auge davon kommen". Wenn nicht, werde auch 2010 ein
schwieriges Jahr für den Außenhandel.
Negative Bilanz.
Nach vorläufigen Daten der Statistik Austria sind die die
Einfuhren 2008 um 4,3 Prozent auf 119,13 Mrd. Euro und die Ausfuhren
um 2,3 Prozent auf 117,33 Mrd. Euro gestiegen. Daraus ergibt sich ein
Handelsbilanzpassivum von 1,8 Mrd. Euro, nach einem Aktivum von
400.000 Euro 2007. Die Konjunkturkrise hat sich mit einem markanten
Einbruch im Außenhandel im November eingestellt, der bei den
Einfuhren einen Rückgang von 7,5 Prozent und bei den Ausfuhren sogar
von 14,3 Prozent erreichte. Im Dezember waren es dann einfuhrseitig
-5,4 Prozent und ausfuhrseitig -9,0 Prozent.
Wichtigster Handelspartner: Deutschland.
Stark geprägt waren die Ergebnisse 2008 erneut durch den Handel
mit den EU-Staaten, der über 70 Prozent des österreichischen
Gesamthandels ausmachte. Österreichs wichtigster Handelspartner ist
dabei Deutschland. Die - traditionell negative - Handelsbilanz mit
Deutschland ist laut Generaldirektor der Statistik Austria, Peter
Hackl, mit 13,34 Mrd. Euro im Vorjahr besonders hoch ausgefallen, was
zu einem Großteil für das Minus in der Bilanz mit den EU-Staaten
verantwortlich gewesen sei. Auch die Exporte nach Deutschland seien
mit einem Plus von 1,2 Prozent im Vorjahr schwächer als im gesamten
Außenhandel ausgefallen.
Autoindustrie verliert.
Bei der für Österreich wichtigsten Produktgruppe "Maschinen und
Fahrzeuge", die auch Maschinen- und Fahrzeugteile für die
Autozulieferindustrie beinhaltet, ist es 2008 in beiden
Handelsrichtungen zu einem Rückgang von 2 Prozent gekommen. 2007 gab
es in dieser Gruppe noch Zuwächse von 11,0 Prozent in der Einfuhr und
9,2 Prozent in der Ausfuhr. Besonders dramatisch wirkte sich das 4.
Quartal aus, in dem die Einfuhren von "Maschinen und Fahrzeugen" um
11,4 Prozent und die Ausfuhren um 14,0 Prozent zurückgingen. Der
Ausfuhrwert lag 2008 in dieser Gruppe bei 46,67 Mrd. Euro, der
Einfuhrwert bei 40,85 Mrd. Euro.
Features
Fakten
Die Handelsbilanz<*/b> vergleicht den Wert der exportierten Waren mit dem Wert der importierten Waren. Österreichs Handelsbilanz war in den vergangen Jahren stets positiv. 2008 ist sie trotz eines Exportplus negativ.














