Bei Deutsche Bahn und Lufthansa drohen Streiks
In den Lohnkonflikten bei Lufthansa und der Deutschen Bahn stehen die Zeichen auf Streik. Reisende in Deutschland müssen sich damit in den kommenden Tagen und Wochen auf Behinderungen gefasst machen.

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Die größte Bahn-Gewerkschaft Transnet und die kleinere GDBA
drohten dem Konzern am Freitag mit einem Arbeitskampf in der
kommenden Woche, sollte die Bahn nicht kurzfristig ein verbessertes
Angebot vorlegen. Über einen möglichen Warnstreik wollten die
Gewerkschaften Anfang kommender Woche beraten. "Die
Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, ist erhöht", sagte GDBA-Vize
Heinz Fuhrmann. Auch die Lokführergewerkschaft GDL, die parallel mit
der Bahn verhandelt, prüft bereits die Streikbereitschaft ihrer
Mitglieder. Die Aussichten, in der kommenden Verhandlungsrunde eine
Einigung zu erzielen, seien gering, sagte GDL-Chef Claus Weselsky.
Streiks. Auch bei der Lufthansa drohen erneut Streiks. Die
Flugbegleitergewerkschaft UFO kündigte weitere Arbeitsniederlegungen
für die kommenden Tage an, sollte das Unternehmen im laufenden
Tarifstreit kein neues Angebot vorlegen. "Wenn wir keine
entsprechenden Signale erhalten - und davon gehe ich aus - dann
werden wir kurzfristig weitere Warnstreiks durchführen", sagte
Verhandlungsführer Joachim Müller. Diese könnten "recht bald" auch an
anderen Lufthansa-Standorten in Deutschland stattfinden.
Flüge ausgefallen. Bereits Freitagfrüh fielen in Frankfurt durch einen dreistündigen
Warnstreik der Flugbegleiter 44 Lufthansaflüge aus, andere Maschinen
konnten nur mit Verspätung starten.
Wochenlange Auseinandersetzungen. Mit den Streikdrohungen wollen die Gewerkschaften Lufthansa und
die Deutsche Bahn zum Einlenken zwingen. Beide Unternehmen waren
bereits in der Vergangenheit mit teils wochenlangen Streiks
konfrontiert.
Mehr Gehalt. Die größte Bahn-Gewerkschaft Transnet und die kleinere GDBA
fordern für die rund 130.000 Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung von
zehn Prozent, die GDL will für die rund 12.000 Lokführer 6,5 Prozent
mehr Gehalt. Beide versuchen zudem für ihre Mitglieder bessere
Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die Bahn hatte in der zu Ende
gegangenen zweiten Verhandlungsrunde zwar Zugeständnisse bei der
Regelung der Arbeitszeiten gemacht, war jedoch bei ihrem Angebot
einer Lohnerhöhung von einem Prozent geblieben. Weitere Verhandlungen
sind für kommenden Mittwoch sowie für Freitag und Samstag geplant.
Ein Bahn-Sprecher sagte, das Unternehmen sei bereit, in den kommenden
Tagen weitere Gespräche zu führen. Verhandlungskreisen zufolge ist
der Konzern dabei auch für weitere Zugeständnisse an die Arbeitnehmer
offen.
Tarifstreit. Ebenso weit voneinander entfernt scheinen die Tarifpartner bei der
Lufthansa zu sein. Die Flugbegleiter fordern eine deutliche
Entgelterhöhung und bessere Arbeitsbedingungen, was nach
Gewerkschaftsangaben umgerechnet einem Plus von 15 Prozent
entspricht. Lufthansa hatte inklusive einer Ergebnisbeteiligung und
besseren Arbeitsbedingungen ein Plus von bis zu zehn Prozent
angeboten.
Schlechter Zeitpunkt. Für beide Unternehmen kämen weitere Warnstreiks zu einem
ungünstigen Zeitpunkt. Durch die Wirtschaftskrise sinkt nicht nur die
Zahl der Flug- und Fahrgäste, sondern auch die Nachfrage nach Güter-
und Frachttransporten. Die Deutsche Bahn verhandelt daher nach
Gewerkschaftsangaben bereits über Kurzarbeit im Güterverkehr. Auch
Lufthansa verzeichnet seit Monaten sinkende Passagierzahlen.














