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Zuletzt aktualisiert: 23.01.2009 um 16:42 UhrKommentare

Bei Deutsche Bahn und Lufthansa drohen Streiks

In den Lohnkonflikten bei Lufthansa und der Deutschen Bahn stehen die Zeichen auf Streik. Reisende in Deutschland müssen sich damit in den kommenden Tagen und Wochen auf Behinderungen gefasst machen.

Foto © AP

Die größte Bahn-Gewerkschaft Transnet und die kleinere GDBA drohten dem Konzern am Freitag mit einem Arbeitskampf in der kommenden Woche, sollte die Bahn nicht kurzfristig ein verbessertes Angebot vorlegen. Über einen möglichen Warnstreik wollten die Gewerkschaften Anfang kommender Woche beraten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, ist erhöht", sagte GDBA-Vize Heinz Fuhrmann. Auch die Lokführergewerkschaft GDL, die parallel mit der Bahn verhandelt, prüft bereits die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder. Die Aussichten, in der kommenden Verhandlungsrunde eine Einigung zu erzielen, seien gering, sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

Streiks. Auch bei der Lufthansa drohen erneut Streiks. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO kündigte weitere Arbeitsniederlegungen für die kommenden Tage an, sollte das Unternehmen im laufenden Tarifstreit kein neues Angebot vorlegen. "Wenn wir keine entsprechenden Signale erhalten - und davon gehe ich aus - dann werden wir kurzfristig weitere Warnstreiks durchführen", sagte Verhandlungsführer Joachim Müller. Diese könnten "recht bald" auch an anderen Lufthansa-Standorten in Deutschland stattfinden.

Flüge ausgefallen. Bereits Freitagfrüh fielen in Frankfurt durch einen dreistündigen Warnstreik der Flugbegleiter 44 Lufthansaflüge aus, andere Maschinen konnten nur mit Verspätung starten.

Wochenlange Auseinandersetzungen. Mit den Streikdrohungen wollen die Gewerkschaften Lufthansa und die Deutsche Bahn zum Einlenken zwingen. Beide Unternehmen waren bereits in der Vergangenheit mit teils wochenlangen Streiks konfrontiert.

Mehr Gehalt. Die größte Bahn-Gewerkschaft Transnet und die kleinere GDBA fordern für die rund 130.000 Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung von zehn Prozent, die GDL will für die rund 12.000 Lokführer 6,5 Prozent mehr Gehalt. Beide versuchen zudem für ihre Mitglieder bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die Bahn hatte in der zu Ende gegangenen zweiten Verhandlungsrunde zwar Zugeständnisse bei der Regelung der Arbeitszeiten gemacht, war jedoch bei ihrem Angebot einer Lohnerhöhung von einem Prozent geblieben. Weitere Verhandlungen sind für kommenden Mittwoch sowie für Freitag und Samstag geplant. Ein Bahn-Sprecher sagte, das Unternehmen sei bereit, in den kommenden Tagen weitere Gespräche zu führen. Verhandlungskreisen zufolge ist der Konzern dabei auch für weitere Zugeständnisse an die Arbeitnehmer offen.

Tarifstreit. Ebenso weit voneinander entfernt scheinen die Tarifpartner bei der Lufthansa zu sein. Die Flugbegleiter fordern eine deutliche Entgelterhöhung und bessere Arbeitsbedingungen, was nach Gewerkschaftsangaben umgerechnet einem Plus von 15 Prozent entspricht. Lufthansa hatte inklusive einer Ergebnisbeteiligung und besseren Arbeitsbedingungen ein Plus von bis zu zehn Prozent angeboten.

Schlechter Zeitpunkt. Für beide Unternehmen kämen weitere Warnstreiks zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Durch die Wirtschaftskrise sinkt nicht nur die Zahl der Flug- und Fahrgäste, sondern auch die Nachfrage nach Güter- und Frachttransporten. Die Deutsche Bahn verhandelt daher nach Gewerkschaftsangaben bereits über Kurzarbeit im Güterverkehr. Auch Lufthansa verzeichnet seit Monaten sinkende Passagierzahlen.


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