Ukraine beglich Schulden bei Gazprom
Im Gasstreit mit Russland hat die Ukraine nach Angaben des Gasmonopolisten Gazprom den Großteil ihrer Milliardenschulden beglichen.

Foto © ReutersGazproms Export-Boss Alexander Medvedev kann sich ein Lachen nicht verkneifen
Die Summe von 1,5 Milliarden Dollar
(1,078 Mrd. Euro) sei am Mittwoch bei dem Zwischenhändler
RosUkrEnergo eingegangen, sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew
vor Journalisten in Moskau. Das Geld sei noch nicht bei Gazprom
selbst gebucht. Gazprom fordert von der Ukraine jedoch weiter
Verzugsstrafen von rund einer halben Milliarde US-Dollar.
Verzwickte Lage.
Ein Ende des Konflikts war ungeachtet der ukrainischen Zahlungen
zunächst nicht in Sicht, weil es für die Gaslieferungen Russlands an
das Nachbarland vom 1. Jänner an keine Vertragsgrundlage gibt.
Gazprom wiederholte am Mittwoch, ohne neue Verträge der Ukraine den
Gashahn an diesem Donnerstag abzudrehen. Lieferende ist demnach der
1. Jänner 2009, 8.00 Uhr. "Wenn es keinen Vertrag gibt, können und
werden wir kein Gas an die Ukraine liefern", sagte Vize-Konzernchef
Medwedew in Moskau.
Pipeline.
Zwar will der russische Monopolist das für EU-Staaten bestimmte
Gas weiter durch die Ukraine pumpen. Allerdings hat das ukrainische
Unternehmen Naftogaz laut Gazprom die "Beschlagnahme des Gases"
angedroht. Das staatliche ukrainische Unternehmen Naftogaz habe damit
gedroht, ab dem 1. Jänner für europäische Kunden bestimmtes Gas zu
beschlagnahmen, wenn im Streit um Gaslieferungen keine Einigung
erzielt werde, so der stellvertretende Gazprom-Chef. Von Naftogaz gab
es zunächst keine Stellungnahme. Die Ukraine meinte im Widerspruch zu
Gazprom den Transit russischen Gases durch ihr Land nach Europa zu
gewährleisten.
Heftige Kritik.
Gazprom-Chef Alexej Miller warf der Ukraine laut Interfax dagegen
eine "Politisierung des Konflikts" vor. Gazprom warnte die Ukraine,
den bis 2010 laufenden Transitvertrag platzen zu lassen und die
Beziehungen zur Europäischen Union zu beeinträchtigen. Vor der
Begleichung der Schulden will der russische Konzern keinen Vertrag
über Lieferungen für das Jahr 2009 abschließen. Die finanziell extrem
angeschlagene Ukraine will angesichts der gesunkenen Energiekosten
den zuletzt von Russland vorgeschlagenen Preis von 250 Dollar (180
Euro) nicht akzeptieren. Gazprom hatte betont, dass das Angebot
"supergünstig" sei.
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In Moskau verhandelten am Mittwoch Naftogaz-Vertreter mit Gazprom. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko sagte unterdessen ihre für den Abend geplante Moskau-Reise ab.














