Mitarbeiter "passiviert"
Von den 500 Telekom-Mitarbeitern, die als erste gehen müssen, sind 70 aus Kärnten. Sie bekommen ihr Grundgehalt weiter, aber die Arbeit ist weg.
Seit gestern steht es schwarz auf weiß fest: Die Kündigungswelle bei der Telekom trifft in Kärnten 70 Telekom-Beamten. Zunächst. Die ersten von ihnen werden bereits im Dezember nach Hause geschickt. Bei vollen Bezügen - aber ohne Zulagen, die zirka ein Drittel des Nettogehalts ausmachen. Dennoch spart sich die Telekom mit dieser Maßnahme zehn Prozent der Gesamtpersonalkosten, da das Sparen der Zulagen auch steuerliche Vorteile bringt.
Gekündigte Fernmeldetechniker. Unter den Gekündigten sind auch etliche Fernmeldetechniker, an denen der Arbeitsmarkt allerdings nicht sonderliches Interesse hat: Die Telekom ist in Österreich die einzige Firma, die Telefonleitungen verlegt. Durch natürliche Abgänge kann sich die Telekom in Kärnten nichts sparen. Die Mitarbeiter sind mit einem Durchschnittsalter von 47,5 Jahren vergleichsweise alt, aber noch lange nicht reif für die Rente. "Da es in den letzten Jahren Sonder-Pensionierungen gegeben hat, wird heuer genau ein einziger Mitarbeiter in Pension gehen", sagt der Kärntner Betriebsrat Harald Valant. Es verbleiben 89 Angestellte 428 Beamte, drei Lehrlinge und 62 Leasing-Mitarbeiter bei der Telekom in Kärnten.
Österreichweit. Wie sieht es österreichweit aus? Wie berichtet, müssen noch heuer 500 Leute gehen, mit Ende 2009 sollen bereits 1400 Mitarbeiter abgebaut sein. Weil aber zwei Drittel der Festnetz-Mitarbeiter als pragmatisierte Beamte unkündbar sind, hat das Management wenig Spielraum. Modelle für "Golden Handshakes", also Abschlagszahlungen und für Sozialpläne passierten gestern den Aufsichtsrat. Bisher hält sich der Andrang jedenfalls in Grenzen, nur wenige der betroffenen Mitarbeiter wollen die Angebote annehmen. All jenen, die sich weigern, droht die "Passivierung". Passivierung, "was nicht nur grauslich klingt sondern auch grauslich ist", wie es ein Gewerkschafter ausdrückt.
Aktie im Sinkflug. Die Telekom war 2000 an die Börse gegangen, 27,37 Prozent verblieben beim Bund. Der Ausgabekurs von neun Euro gab gleich beim Start deutlich nach, Aktuell liegt der Kurs bei 10,50 Euro.
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Festnetz schrumpft
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Festnetzanschlüsse um knapp acht Prozent verringert.
Um 47 Prozent ist das Betriebsergebnis auf 53 Millionen Euro eingebrochen.














