Milchpreise fallen: Tirols Bauern planen "Aufmarsch" in Brüssel
Nach Hofer senkt auch die Handelskette Rewe Austria ihre Preise für zahlreiche Molkereiprodukte. Dieser "Preiswettbewerb bei den Handelsketten führt zum Ruin der Bauern", warnt der Tiroler Landwirtschaftskammer-Präsident.

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In der Debatte rund um den möglichen Verfall der
Milchquotenregelung 2015 und der Senkung der Erzeugermilchpreise
haben Tirols Bauern, allen voran Bauernbundobmann, LHStv. Anton
Steixner (V), über Protestmaßnahmen in Brüssel nachgedacht: "Die
Zukunft der Milchbauern muss garantiert sein. Ansonst werden wir in
Brüssel aufmarschieren." EU-Kommissarin Mariann Fischer-Boel sei die
"Totengräberin der Bauern", kritisierte LK-Präsident Josef
Hechenberger am Montag bei einer Pressekonferenz.
Edgültiges Aus.
"Sollte die Milchkontingentierung in sieben Jahren fallen, sei
dies das endgültige Aus für die Milchproduktion in den alpinen
Regionen", prophezeite Steixner. Jetzt schon würde jeder Bauer pro
verkauften Liter Milch draufzahlen und Verluste erzielen. Gründe für
den Preisverfall sei das Überangebot an Milch, was auf die flauen
Exporte und die gestiegene Milchanlieferung zurückzuführen sei.
Teurere Preise.
Die gentechnikfreie Produktion und das "strengste Tierschutzgesetz
der EU" führen in Österreich zu den um 20 Prozent teureren
Lebensmittelpreisen als in Deutschland, meinte Hechenberger. Der
Import von Billigprodukten aus Massentierhaltung im Ausland sei der
Kauf von "Tierleid". "Ohne Kühe gibt es keine gesunden Lebensmittel
und keine Almwirtschaft. Ohne diese ist keine Landwirtschaftspflege
vorhanden, wo in Folge auch kein Tourismus möglich ist", erklärte der
LK-Präsident. Zudem würden tausende Arbeitsplätze verloren gehen.
"Ein Liter Milch sichert zwei Quadratmeter gepflegte
Kulturlandschaft, was ein Garant für eine zukünftige gepflegte
Landwirtschaft ist", sagte er.
Ruin der Bauern.
"Der Preiswettbewerb bei den Handelsketten führt zum Ruin der
Bauern", unterstrich der Bauernbundobmann. Es sei "unehrlich" die
Milch um 70 Cent ins Verkaufsregal zu stellen und in der Werbung
glückliche Familien und zufriedene Kühe auf den Wiesen zu zeigen.
Mittels einer Infokampagne werde man die Konsumenten und den Handel
informieren. Spiele jemand nicht mit, werde man die Handelskette
bestreiken, "wir werden nicht zuschauen".
Treffen.
Am kommenden Mittwoch werde man sich mit den Agrarvertretern aus
Bayern, Südtirol und der Schweiz treffen, um über die "verheerenden
Entwicklungen" zu reden. Eine gemeinsame Resolution zur
Aufrechterhaltung der Milchproduktion im Berggebiet soll ebenso
ausgearbeitet werden. Die Signale würden aber aus dem gesamten
Alpenbogen von Frankreich, über Italien, der Schweiz, Liechtenstein,
Deutschland und Österreich bis nach Slowenien kommen.
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Fakten
Der Preisrutsch bei Milchprodukten hat in der Vorwoche bereits in Deutschland eingesetzt. Die großen Handelsketten senkten ihre Preise dort im Schnitt um 20 Prozent. Hintergrund der Entwicklung ist ein Überangebot auf dem europäischen Milchmarkt














