Tauerngasleitungs-Gegner erhalten Unterstützung aus Kärnten
Unterstützung der Gegner in Salzburg kommt aus Kärnten. Es gebe genug heimischische Ressourcen.
Im Kampf gegen die geplante Tauerngasleitung beantragen die Grünen heute, Mittwoch, im Raumordnungs- und Petitionsausschuss des Salzburger Landtages, dass der heimische Energieversorger Salzburg AG aus der Planungsgesellschaft aussteigt. "Der Bau einer Riesen-Gasleitung, die unsere wirtschaftliche Abhängigkeit und den CO2-Ausstoß noch vergrößert, liegt sicher nicht im öffentlichen Interesse", erklärte Labg. Heidi Reiter bei einer Pressekonferenz. Unterstützung erhalten die Gegner auch aus Kärnten.
Tauergasleitung.
Hinter dem Leitungs-Projekt steht ein Konsortium aus Energie AG OÖ, Kelag, RAG, Salzburg AG, Tigas und E.ON Ruhrgas. Die Nord-Süd-Verbindung soll von Auerbach im Innviertel über Salzburg und Kärnten an die italienische Grenze bei Tarvis führen. Ob die mehr als 600 Mio. Euro teure, 260 Kilometer lange Tauerngasleitung (TGL) durch Österreich tatsächlich gebaut und im Jahr 2015 in Betrieb geht, steht noch nicht fest. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, Verhandlungen mit Grundbesitzern laufen.
Widerstand.
Gegen den Bau der Transit-Gasleitung formiert sich immer mehr Widerstand. In den Gemeinden Flachau (Pongau) und Mauterndorf (Lungau) liegt ein Gemeindevertretungsbeschluss gegen das Projekt vor, in Scheffau (Tennengau) sprachen sich 24 Grundbesitzer dagegen aus. Die Petitionen der Gegner werden heute im Landtagsausschuss behandelt. Die Grünen fordern die Landesregierung als Miteigentümer der Salzburg AG auf, sich klar zu positionieren. Ohne den Stempel "öffentliches Interesse" könnten die Grundbesitzer nicht enteignet werden, der Leitungsbau würde dadurch in weite Ferne rücken, so die Landtagsabgeordnete.
Unterstützung aus Kärnten.
Die Salzburger Gegner erhalten jetzt laut Reiter "massive Unterstützung" aus Kärnten. "Es gibt genug heimischische Ressourcen, mit dem Leitungsprojekt und dem Bau des Gasdampfkraftwerkes in Klagenfurt macht sich Österreich zum Sklaven unstabiler Länder", wetterte Maximilian Felsberger, Vizebürgermeister in Ebenthal sowie "Sprecher der Bürgerinitiativen gegen das Dampfgaskraftwerk" und der "Plattform für Nachhaltige Energie Kärnten".
Gasdampfkraftwerk.
Mit dem Stopp des Gasleitungsprojektes würde auch der Bau des Kraftwerkes platzen, hieß es. In Kärnten hätten 8.000 Bewohner des Klagenfurter Beckens gegen das "zweite Zwentendorf" unterschrieben. Erdgas sei kein unerschöpflicher Brennstoff, die Produktion werde bis zum Jahr 2020 weit über 20 Prozent abfallen, "was sich auch auf die Preise auswirken wird", betonte der Kärntner Energie-Landwirt und Forstingenieur Peter Goess.
Weichenstellungen gefragt.
Die enorm viel Kapital verschlingende Gasleitung würde sich ja nur dann wirtschaftlich rechnen, wenn der Verbrauch weiter steige, argumentierte Reiter. "In dieser Leitung wird ein Drittel mehr Gas transportiert, als derzeit in ganz Österreich verbraucht wird. Die in Salzburg dafür notwendige Verdichterstation verschlingt die Stromproduktion eines ganzen Salzachkraftwerkes." Im Kampf gegen den Klimawandel und den damit verbundenen Umstieg auf erneuerbare Energien seien jetzt konkret energiepolitische Weichenstellungen gefragt, um den Einsatz der fossilen Brennstoffe, Kohle, Öl und Gas drastisch zu reduzieren, ergänzte Salzburgs Grüne Umweltsprecherin.















