Konsumenten werden immer heimatbewusster
Entscheidungsfaktor Herkunft: 90 Prozent der Konsumenten wollen lokale und heimische Produkte - wenn es sie gibt.
Klar dürfen und sollen Lebensmittelhändler ihr Obst und Gemüse aus aller Herren Länder anbieten. Aber es wundert doch, dass gerade jetzt, in Zeiten der Apfelernte, nicht überall heimsche Äpfel zu haben sind.
Brasilianisch-"steirische" Äpfel. Die Handelsketten wehren ab: "Unsere Filialen werden seit Wochen nur mit österreichischer Ware beliefert", räumt etwa Rewe-Sprecherin Corinna Tinkler (Billa, Merkur, Penny) ein. Man kann es ihr glauben oder nicht: Studien über die Herkunft von Obst und Gemüse im Supermarkt gibt es keine. Und 2004 überführte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) gerade Billa und seine "frisch-saftig-steirischen" Kinderäpfel: Sie kamen aus Brasilien (wurden aber mittlerweile aus dem Sortiment genommen).
Herkunft entscheidet. Dabei steigt das "Heimatbewusstsein" der österreichischen Konsumenten von Jahr zu Jahr: Mehr als 90 Prozent - also nicht nur die Konsumenten von Bio-Ware - bevorzugen lokale Produkte und sind auch bereit, dafür bis zu zehn Prozent mehr zu bezahlen. Auch die Jungen. Die Herkunft der Waren ist mittlerweile sogar der wichtigste Entscheidungsfaktor beim Lebensmittelkauf - nicht der Preis, vor dem sogar noch die Kriterien Qualität, Regionalität und Frische rangieren.
Neun Prozent Tomaten-Zuwachs. Für die heimischen (Klein-) Bauern ergeben sich aber auch durch den Trend zu gesünderer Ernährung und mündigeren Konsumenten bessere Absatzchancen. Statistisch gesehen aß jeder Österreich 2006 pro Kopf acht Kilogramm mehr Obst und 18 Kilogramm mehr Gemüse als 1995. Der Absatz von Tomaten stieg in diesem Zeitraum sogar um neun Prozent.














