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Zuletzt aktualisiert: 05.09.2008 um 22:40 UhrKommentare

Hypo: Tag der Wahrheit

Kommenden Dienstag wird den Bank-Mitarbeitern ein "Sozialpaket" vorgelegt. Erst danach ist klar, wer gehen muss und wer bleiben darf.

Es war kein angenehmer Sommer für die Belegschaft der Hypo Steiermark. Denn obwohl schon seit Juni bekannt ist, dass rund 80 der 320 Mitarbeiter die Bank verlassen müssen, wissen die Betroffenen im Einzelfall noch nicht, ob sie auf der Liste stehen. Erst jetzt hat das Bangen ein Ende: Für kommenden Dienstag ist eine Mitarbeiterversammlung anberaumt, dort wird das gesamte "Sozialpaket" im Detail vorgestellt. In den Tagen danach wird es Einzelgespräche geben.

Sozialplan. Die Beteuerungen der Bank, beim Personalabbau so schonend wie möglich vorzugehen, sind beim Betriebsrat auf fruchtbaren Boden gefallen. Denn die Belegschaftsvertretung hat ihre Zustimmung zu den Maßnahmen signalisiert. Generaldirektor Martin Gölles will zwar keine Details verraten - diese werden zuerst intern präsentiert -, klar ist aber, dass ein Sozialplan sowie der Übertritt zur Raiffeisen-Landesbank (als Hypo-Mehrheitseigentümerin) offeriert werden.

Einzellösungen. Gölles: "Wir können die Möglichkeiten unserer Gruppe nützen. Es wird Lösungen mit jedem Einzelnen geben." Das Ziel laute, keine Härtefälle zu produzieren. Eine frühere Information der Betroffenen sei nicht möglich gewesen, da man zuerst die Verhandlungen mit dem Betriebsrat habe abschließen wollen.

Neuausrichtung. Unterdessen schreitet die Neuausrichtung der Bank planmäßig voran. Bekanntlich will man sich im Bankgeschäft einerseits auf Immobilienfinanzierung und institutionelle Anleger sowie andererseits auf die gehobenen Privatkunden konzentrieren. Zuletzt hatte dies in Kundenkreisen punktuell zu Verunsicherung geführt, da sich manche Kunden ausgeschlossen fühlten. Gölles räumt eine missverständliche Formulierung ein und stellt klar: "Jeder Kunde findet seinen Platz in der Bank. Wir nehmen uns nur wie jedes Unternehmen die Freiheit, unsere Ressourcen auf bestimmte Bereiche zu bündeln."

Anklage weiter verzögert. Das Strafverfahren gegen frühere Hypo-Mitarbeiter wegen der Leasing-Affäre in Kroatien schleppt sich auffällig zäh dahin: Sachverständiger Fritz Kleiner wurde mit einem Folgegutachten beauftragt. Mit einer Anklage sei Ende 2008 oder Anfang 2009 zu rechnen, heißt es.

ERNST SITTINGER

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