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    Zuletzt aktualisiert: 08.07.2008 um 14:43 UhrKommentare

    Peter Löschers Baustellen bei Siemens

    Die Auftragsbücher des Technologiekonzerns Siemens sind gut gefüllt. Doch hat Unternehmenschef Peter Löscher ein Jahr nach seinem Amtsantritt neben der Aufarbeitung der Korruptionsaffäre einige drängende Probleme zu lösen.

    Foto © AP

    Aktienkurs: Seit Jahresbeginn hat die Siemens-Aktie dramatisch an Wert verloren. Kostete das Papier im Jänner noch mehr als 100 Euro, notierte die Aktie zuletzt nur noch bei etwa 70 Euro. Einen heftigen Absturz an der Börse hatte im März eine Gewinnwarnung gebracht. Siemens verlor damals innerhalb weniger Stunden 13 Mrd. Euro an Börsenwert.

    Altlasten: Eine Überprüfung förderte Missmanagement bei Großprojekten zutage. Wegen Problemen wie angestauten Aufträgen in der Kraftwerkssparte, Mängel bei einem Straßenbahnmodell und gestiegenen Rohstoffpreisen musste Siemens seine Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr um 900 Millionen Euro zurückschrauben. Der Gewinn nach Steuern brach im zweiten Quartal um zwei Drittel auf 412 Mio. Euro ein.

    Problemsparten: Neben hochprofitablen Bereichen wie der Medizintechnik hat der Konzern auch weniger ertragreiche Geschäfte. Dazu zählt vor allem die Verkehrstechnik. Die sanierungsbedürftige Telefonanlagen-Sparte SEN versucht Siemens seit längerem zu verkaufen. Um potenziellen Käufern die Sparte schmackhaft zu machen, sollen dort weltweit 6.800 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch für das im April 2007 gestartete Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks wurde nach Verlusten ein Stellenabbau angekündigt.

    BenQ: Berichten zufolge drohen Siemens fast zwei Jahre nach der Pleite von BenQ juristische Konsequenzen wegen seiner ehemaligen Mobilfunksparte. Demnach gibt es Streit um Vermögensbewertungen.

    Konjunkturelle Bremsspuren: Bei der Halbjahresbilanz im April hatte Löscher vor spürbaren Auswirkungen der abgekühlten Weltkonjunktur gewarnt. "Wir sehen erste Bremsspuren", erklärte der Siemens-Chef. Schon damals kündige Löscher Einsparungen und auch einen Stellenabbau an.


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