Peter Löschers Baustellen bei Siemens
Die Auftragsbücher des Technologiekonzerns Siemens sind gut gefüllt. Doch hat Unternehmenschef Peter Löscher ein Jahr nach seinem Amtsantritt neben der Aufarbeitung der Korruptionsaffäre einige drängende Probleme zu lösen.

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Aktienkurs: Seit Jahresbeginn hat die Siemens-Aktie dramatisch
an Wert verloren. Kostete das Papier im Jänner noch mehr als 100
Euro, notierte die Aktie zuletzt nur noch bei etwa 70 Euro. Einen
heftigen Absturz an der Börse hatte im März eine Gewinnwarnung
gebracht. Siemens verlor damals innerhalb weniger Stunden 13 Mrd.
Euro an Börsenwert.
Altlasten: Eine Überprüfung förderte Missmanagement bei
Großprojekten zutage. Wegen Problemen wie angestauten Aufträgen in
der Kraftwerkssparte, Mängel bei einem Straßenbahnmodell und
gestiegenen Rohstoffpreisen musste Siemens seine Gewinnerwartung für
das laufende Geschäftsjahr um 900 Millionen Euro zurückschrauben. Der
Gewinn nach Steuern brach im zweiten Quartal um zwei Drittel auf 412
Mio. Euro ein.
Problemsparten: Neben hochprofitablen Bereichen wie der
Medizintechnik hat der Konzern auch weniger ertragreiche Geschäfte.
Dazu zählt vor allem die Verkehrstechnik. Die sanierungsbedürftige
Telefonanlagen-Sparte SEN versucht Siemens seit längerem zu
verkaufen. Um potenziellen Käufern die Sparte schmackhaft zu machen,
sollen dort weltweit 6.800 Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch für
das im April 2007 gestartete Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens
Networks wurde nach Verlusten ein Stellenabbau angekündigt.
BenQ: Berichten zufolge drohen Siemens fast zwei Jahre nach der
Pleite von BenQ juristische Konsequenzen wegen seiner ehemaligen
Mobilfunksparte. Demnach gibt es Streit um Vermögensbewertungen.
Konjunkturelle Bremsspuren: Bei der Halbjahresbilanz im April
hatte Löscher vor spürbaren Auswirkungen der abgekühlten
Weltkonjunktur gewarnt. "Wir sehen erste Bremsspuren", erklärte der
Siemens-Chef. Schon damals kündige Löscher Einsparungen und auch
einen Stellenabbau an.














