Heizölpreis lässt Kunden schwitzen
Der Heizölpreis erreicht sein Allzeithoch. Viele Kunden sind verunsichert: Lohnt sich das Auffüllen des leeren Tanks noch oder sollte man auf einen alternativen Brennstoff setzen?

Foto © APADer Heizölpreis erreicht sein Allzeithoch
Das Thermometer zeigt schweißtreibende 30 Grad, doch bei vielen Steirern macht sich bereits die Sorge über den Winter breit. Wer nicht rechtzeitig vor der Erhöhung der Mineralölsteuer am 1. Juli seinen Heizöltank aufgefüllt hat, steht nun nicht nur mit leerem Tank da, sondern auch vor der Frage: Wann ist ein Einlagern sinnvoll?
Steuer zurücknehmen. In den vergangenen fünf Jahren ist der Heizölpreis von 0,374 Euro auf 1,056 Euro pro Liter angestiegen. "Alleine in den vergangenen drei Monaten stieg der Preis um 32,7 Prozent", sagt Daniela Premitzer, Preiswächterin der Arbeiterkammer (AK). Entsprechend fordert die Kammer nun eine Rücknahme der eben erst eingeführten Besteuerung auf schwefelhaltige Heizöl. "Würde man die Steuer von 3,6 Cent pro Liter zurücknehmen, brächte das den Konsumenten bei einer Tankfüllung auch rund 100 Euro", rechnet Hans Pucker von der AK vor.
Verpuffter Lenkungseffekt. Eine Rechnung, die nicht mehr als eine Fleißaufgabe ist. Niemand erwartet, dass die Bundesregierung eine eben erst begonnene Besteuerung gleich wieder zurücknimmt. Gleichzeitig scheint der Lenkungseffekt der neuen Steuer schon jetzt zu verpuffen. Man wollte damit doch die neue, schwefelfreie Marke "Extra Leicht" stärker auf den Markt bringen. Da diese in der Produktion allerdings teurer und im Handel um nichts günstiger als das gewöhnliche Heizöl ist, wird sie von den Kunden nur schleppend angenommen.
Richtiger Zeitpunkt. Damit bleibt für die Konsumenten die Frage nach dem richtigen Einlagerungszeitpunkt. Betrachtet man den Verlauf der Preiskurve, stellt sich auch ein Argument "privater Spekulanten" als Humbug heraus: Heizöl wird im Winter nicht günstiger, ein Preis-Zyklus ist nicht erkennbar.
Frieren oder investieren? Viele Familien stehen damit vor der Frage: frieren oder investieren? Denn: "Ein neuer Kessel kann die Heizkosten ganz entschieden senken", rät Jürgen Roth, Vorstand des Instituts für Wirtschaftliche Ölheizungen zum Umbau. Der ist freilich nicht gratis, in Anbetracht ständig steigender Ölpreise sollte man sich aber lieber heute als morgen eine Investition überlegen. Denn dass Öl jemals wieder günstiger wird, schließen Experten fast ohne Ausnahme aus. "Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass der Ölpreis jemals wieder günstiger wird", meint der Ölhändler und Bio-Dieselproduzent Erich Rudolf. "Wer jetzt noch auf ein Platzen der Spekulationsblase setzt, liegt falsch." Von einer Senkung der Mineralölsteuer hält er wenig. "Diese 3,6 Cent würde der Markt durch den enormen Konsum in Asien binnen drei Monaten wieder aufschlagen", so Rudolf. "Lächerlicher sind nur noch Politiker, die Treibstoffgutscheine verteilen wollen."
Der Preisschock für die Konsumenten könnte sich aber auch positiv auswirken, und zwar auf deren Energieverhalten. "Wir verschwenden Unmengen an Energie, egal ob bei Strom oder Treibstoffen", meint Roth. "Vielleicht bewirken die ständig steigenden Preise ja ein Umdenken bei uns allen."














