Hunderttausende deutsche Anleger sitzen auf Schrottimmobilien
Das Problem betrifft besonders viele Immobilien in Ostdeutschland.

Foto © APA
Etwa 300.000 Anleger sollen auf sogenannten
Schrottimmobilien sitzen. Das sind Wohnungen oder Häuser, die
Anlageberater ihnen vor allem in den 1990er Jahren nach Meinung der
Stiftung Warentest "aufgeschwatzt" haben - als steuersparende
Investitionen oder zur Alterssicherung. Die für den Kauf nötigen
Kredite bei namhaften Banken und Sparkassen vermittelten sie oft und
problemlos gleich mit, selbst für Kunden ohne Eigenkapital.
Finanzielles Desaster.
Für viele Käufer wurde das Geschäft zum finanziellen Desaster: Die
Mieteinnahmen der oft überteuerten Immobilien fielen geringer aus,
die Kosten waren höher als vorgerechnet und erwartet. Die Anleger
konnten ihre Darlehen dann nicht zurückzahlen.
Immobilien in Ostdeutschland.
Das Problem betrifft besonders viele Immobilien in Ostdeutschland.
Hier gingen nicht alle Hoffnungen auf einen Boom nach der
Wiedervereinigung in Erfüllung. Die Mieten sanken, oft gegebene
Mietgarantien wurden nicht eingehalten, zahllose Wohnungen stehen
leer, auch weil Millionen Menschen in den Westen abwanderten.
Justiz beschäftigt.
Das Thema Schrottimmobilien beschäftigt seit Jahren die Justiz,
bis hinauf zum deutschen Bundesgerichtshof und Europäischen
Gerichtshof. Anleger, die sich geprellt fühlen, geben Banken und
Bausparkassen die Schuld. Die Geldhäuser hätten die Vermittlung von
überteuerten Immobilien organisiert und an überhöhten Krediten gut
verdient. Die Banken wehren sich dagegen und behaupten, sie seien nur
Geldgeber gewesen und hätten nichts mit dem Immobilienkauf selbst zu
tun gehabt.














