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Zuletzt aktualisiert: 05.06.2008 um 21:14 UhrKommentare

Milchbauern-Streik beendet, Forderungen an Politik bleiben

Lieferboykott der Bauern ist beendet, "der Kampf aber nicht vorüber", sagen die Bauern. Bundesweit beteiligte sich ein Drittel am Boykott.

Gerade entschlossen sich noch mehrere Kärntner Milchbauern dazu, sich am europaweiten Boykott zu beteiligen, da verkündete Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch gestern Nachmittag: "Der Streik ist vorüber." Vor einer Woche hat die IG-Milch von Deutschland aus aufgerufen, den Molkereien keine Milch mehr zu liefern. So wollte man den Handel in die Knie zwingen und erreichen, dass der Erzeugerpreis für Milch angehoben wird, beziehungsweise in Österreich auf dem relativ hohen Niveau bleibt. Jetzt musste man "wegen des enormen Drucks", so Grünzweil, den Streik beenden. Für die IG-Milch wie auch den Kärntner Landwirtschaftskammerpräsidenten Walfried Wutscher ist der Kampf aber noch nicht vorüber. "Meine Forderungen bleiben: Ein Einlenken der Politik, dass Lebensmittel ihren Preis haben müssen und eine Milch-Regelung auf europäischer Ebene." Ähnlich argumentieren auch Vertreter der IG-Milch. "Wir wollen, dass man bei den Preisgesprächen auf Augenhöhe mit uns verhandelt."

Keine Engpässe. Darüber, wie hoch die Beteiligung der Bauern am Streik tatsächlich war, gibt es unterschiedliche Angaben. Der Verband der Molkereien spricht von 25 Prozent weniger Lieferung, die IG-Milch behauptet gar 60 Prozent der Lieferungen fielen aus. Tatsächlich dürfte sich jeder dritte Bauer am Streik beteiligt haben, was nicht heißt, dass jeder 100 Prozent seiner Lieferung aussetzte. "Für uns bestand jedenfalls keine Gefahr, dass wir unseren Lieferverpflichtungen gegenüber dem Handel nicht nachkommen", erklärt Helmut Petschar Geschäftsführer der Kärntner Milch.

Seitens des Handels begrüßte Corinna Tinkler von der Rewe Gruppe (Billa, Merkur) ein Ende des Boykotts. "Wir sagten immer: Gespräche sind sinnvoller als Streiks." Nun gehe es darum, den Milchpreis nach unten hin zu stabilisieren. "Gespräche mit den Molkereien folgen in den nächsten Tagen", erklärte Tinkler.

THOMAS CIK

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