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Zuletzt aktualisiert: 05.06.2008 um 21:55 UhrKommentare

Telekom Austria: Teilerfolg für Betriebsrat

Bundesweite Betriebsversammlungen bei der Telekom Austria: Jeder zweite Festnetz-Mitarbeiter folgte dem Aufruf der Gewerkschaft.

Belegschaftsproteste bei der Telekom Austria weiten sich aus

Foto © APABelegschaftsproteste bei der Telekom Austria weiten sich aus

Hektische Betriebsamkeit in der Wiener Ringstraße: Am Burgtheater rückt sich die Telekom Austria, offizieller Sponsor der Euro, ins rechte Licht. Der Konzern hat sich das traditionsreiche Haus während der gesamten Europameisterschaft für PR-Zwecke gemietet. Am Dach des Burgtheaters ragt ein monströser Fußball in den Farben der Telekom empor.

Auslagerung von Mitarbeitern? Gar nicht weit entfernt, in der Wiener Leopoldstadt, kommt es für die Telekom zu einem Ankick der anderen Art. Die Belegschaftsvertreter riefen zu bundesweiten Betriebsversammlungen in Sachen "ÖIAG-Beamtenagentur". Es kursieren Pläne, wonach überzählige Beamte der Telekom-Festnetzsparte und der Post ausgelagert werden sollen. Und zwar in eine von der Staatsholding ÖIAG verwaltete Arbeitsagentur. 2000 Beamte der Telekom sowie 3000 von der Post sollen betroffen sein. Zudem steht eine Trennung in Festnetz- und Mobilfunksparte im Raum, was für die Gewerkschaft nicht in Frage kommt. Jeder zweite Telekom-Mitarbeiter der Sparte Festnetz ist am Donnerstag dem Aufruf der Belegschaftsvertreter gefolgt und hat sich an den bundesweiten Betriebsversammlungen beteiligt.

Steiermark. Noch höher war der Schnitt in Graz. Von den 1400 steirischen Mitarbeitern fanden sich nach Angaben von Robert Wallner, dem Personalausschussvorsitzenden, rund 1000 im Arbeiterkammersaal ein. "Höchst zufrieden" sei er daher auch mit dem Verlauf der Veranstaltung. "Die Stimmung war aufgeheizt, die Mitarbeiter haben Angst um ihren Job." Schließlich könnten bis zu 200 steirische Telekom-Mitarbeiter von der Auslagerung betroffen sein. Der Vorstand solle zeigen was er, außer Personal abzubauen, kann. Zudem stehe für die Gewerkschaft fest, dass man keine Mitarbeiter zu viel habe. Es mache daher keinen Sinn, mit dieser Beamten-Agentur ein "Super-Ghetto ohne Perspektiven" zu schaffen, so Wallner.

Gusenbauer erwartet Verhandlungen. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer signalisierte, dass es die Agentur nur mit Zustimmung der Gewerkschaft geben werde. "Ohne uns geht es nicht", betont auch Wallner. Ist ein Streik während der Euro ein Thema? "Alles ist ein Thema. Ich bin kein Freund davon, wir wollen auch nicht stören. Aber ich erwarte Verhandlungen."

MANFRED NEUPER

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Schon im Vorjahr hatte Festnetz-Vorstand Rudolf Fischer Kostenkürzungen von heuer 100 Mio. und weiteren 40 Mio. Euro 2009 in Aussicht gestellt.

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