"Zu Unrecht Schlusslicht"
Führende Unternehmer wollen Kärnten die "rote Laterne" abnehmen. Einen Ansatzpunkt sehen sie in einer längst fälligen Öffnung des Landes.
Sotchi bereitet ihm Sorgen. In der russischen Olympia-Stadt geht es nur schleppend voran. Unabhängig davon sieht Hans Peter Haselsteiner seine Strabag schon 2011 oder 2012 als Nummer eins in Russland. Der Herr über einen Konzern mit elf Milliarden Umsatz und europaweit 60.000 Mitarbeiter hat aber nicht vergessen, "wo es begonnen hat". Haselsteiners unternehmerische Wurzeln liegen in Kärnten. "Meinen Wohlstand und meine Privilegien habe ich den Menschen in diesem Land zu verdanken." Das ist für Haselsteiner "Motiv genug", auf wirtschaftspolitische Ideensuche zu gehen.
Unverdient Schlusslicht.
Denn Kärnten habe seine ewige Schlusslicht-Position nicht verdient. "Die Grenzsituation ist überwunden, die neuen Technologien ermöglichen ganz andere Entwicklungen", lässt auch Infineon Österreich-Chefin Monika Kircher-Kohl die Randlagen-Ausrede nicht mehr gelten. Als Vertreterin eines Leitbetriebes fühlt sie sich verpflichtet, ihre Kompetenz einzubringen. Villas-Vorstand Gilbert Isep gestaltet als KWF-Kuratoriumsvorsitzender die Wirtschaftsförderung bereits mit. Weil "Zagreb für uns näher als Wien und Laibach näher als Graz ist", sieht er ebenso wie Haselsteiner und Kircher-Kohl in einer Öffnung Kärntens einen wichtigen Ansatzpunkt.
Querdenker. Dass SPÖ-Chefin Gaby Schaunig - über das Renner-Institut - "Querdenker hereinholt", hält Isep für "mutig". Bis zum Spätherbst will dieses KompetenzTeam, dem noch der frühere Finanzminister Ferdinand Lacina angehört, "Vorschläge machen, die umsetzbar und zielführend sind". Mit einer breiten Kampagne sollen Wirtschaftstreibende zum Mitmachen gewonnen, soll "Enthusiasmus entfacht und Mut gemacht werden", präsentierte sich Haselsteiner Montagabend bei einem Gespräch engagiert.
Nachdenk-Team. Als Berater der SPÖ oder von Schaunig will der deklarierte liberale Haselsteiner nicht gelten. Wenngleich die SPÖ-Chefin mit diesem prominenten Nachdenk-Team ihr wirtschaftspolitisches Defizit auszugleichen gedenkt. Für Haselsteiner ist wichtig, ob und was die Politik aus den Vorschlägen macht: "Wenn nichts umgesetzt würde, wäre mir schon leid um die Zeit."














