Kärntner Bauern gegen globales Preisdiktat
Die Preise für Grundnahrungsmittel haben sich in kurzer Zeit mehr als verdoppelt. Kärntens Bauern können gegensteuern – wenn auch nur in bescheidenem Maße.

Foto © APA (Symbolbild)Auf früher stillgelegten Flächen werden wieder Getreide und Energiepflanzen angebaut. Letzteres ist nicht unumstritten
Mit Benzin fing es an, andere Produkte wie Lebensmittel zogen nach: Preissteigerungen bis weit über die Schmerzgrenze (der zahlenden Opfer). Die Entwicklung hat auch vor Kärntens Bauern nicht Halt gemacht. Deren Präsident Walfried Wutscher bringt es auf den Punkt: "Es gibt immer mehr Menschen und immer weniger Ackerland." Anders gesagt: Nahrungsmittel werden auch in Zukunft immer teurer – und weitere Schmerzgrenzen durchstoßen.
Gegensteuern.
Kärntens Landwirtschaft will gegensteuern und die schlimmsten Auswüchse – soweit möglich – abfedern. So fordert Wutscher die Wiedereinführung staatlicher Regulative zur Marktordnung (Spitzname "Butterberg"): "Früher kaufte der Staat bei Überschüssen auf Vorrat und warf die Produkte bei Engpässen wieder auf den Markt. So war Produzenten und Konsumenten geholfen." Doch Wutscher nennt nicht nur politische Forderungen: "Fast alle Flächen, die früher stillgelegt wurden, werden jetzt zum Anbau von Getreide und Energiepflanzen genutzt."
Verärgerte Käufer.Getreideprodukte wie Brot und Nudeln sind Teil der Klagen, wie sie AK-Konsumentenberaterin Josefine Traunik immer wieder zu hören bekommt: "Die Leute spüren die Teuerung im Geldbeutel. Oft ärgern sie sich über den Brotpreis, der in den vergangenen Jahren ohnehin schon gestiegen ist."
Autark werden.
Grünen-Bauernobmann Michael Johann weiß, dass die Bauern nur wenige Prozent des Brotpreises bekommen, "den Rest teilen sich Bäcker und Handel". Er mahnt: "Die Bauern sollen auch ihre nicht so ertragreichen Böden bewirtschaften." Erstrebenswert sei "möglichst große Autarkie bei Futtermitteln" und mehr Förderung biologischer Produkte, weil "bei steigenden Preisen für Energie oder Dünger auch die normale Produktion teurer wird" und sich der biologischen angleicht.
Entwicklung abfedern.
Christian Perkounig, Geschäftsführer von Bio Austria Kärnten, ist überzeugt, "dass uns die Probleme in Zukunft noch mehr betreffen werden". Auch er ist für größere Autonomie, "weil man auf diese Weise die Entwicklung abfedern kann".
"Feinkostladen Europas".
Vielleicht ist das auch eine Chance umzusetzen, worin sich alle einig waren: "Kärnten soll der Feinkostladen Europas werden."
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