Firmen suchen mit Hochdruck Arbeitskräfte
Die Zahl der offenen Stellen nimmt seit dem Jahresanfang rasant zu. Die besten Chancen bieten sich im Bausektor, in den Tourismusberufen, im Handwerk und auch im Handel.

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Den österreichischen Firmen geht es gut. Der Beweis dafür findet sich im Arbeitsmarkt. Seit Jahresanfang ist die Nachfrage nach Arbeitskräften sprunghaft angestiegen. Besonders gefragt sind Mitarbeiter, die eine abgeschlossene Lehre vorweisen können.´Das Arbeitsmarktservice (AMS) wird gemeinsam mit den Personal-Leasingunternehmen zur wichtigsten Anlaufstelle für jene Unternehmen, die dringend Mitarbeiter einstellen müssen. In Österreich wurden in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres von den Betrieben dem AMS 113.300 neue Jobs gemeldet, gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 ein Plus um 15,5 Prozent. AMS-Vorstand Johannes Kopf meint, diese Entwicklung werde das ganze Jahr über anhalten. Vor allem hätten die Bauwirtschaft und der Fremdenverkehr von der Wetterlage profitiert: "Im Tal konnte man bauen, oben Schi fahren."
Sinkende Arbeitslosenzahl.
Kopf rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit bis Jahresende um 10.000 Personen zurückgehen werde. Im Februar lag die Arbeitslosenrate bei 4,1 Prozent nach der Berechnungsmethode der EU (Arbeitslose gemessen an allen Beschäftigten, eingeschlossen auch Selbstständige und Freiberufler). Unter vier Prozent, erklärt Karl Aiginger, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), spricht man von Vollbeschäftigung.
Rechenmethode.
Die Sichtweise hängt von der Rechenmethode ab. Nach österreichischer Formel (Arbeitslose gemessen an den unselbstständig Beschäftigten) lag die Arbeitslosenrate im März auf 5,8 Prozent. So gesehen ist der Weg zur Vollbeschäftigung doch weiter. Bis zur nächsten Nationalratswahl - wenn sie nicht vorverlegt wird im Oktober 2010 - will die Regierung ihr Ziel der Vollbeschäftigung erreichen.
Ganztagesarbeit.
Die Steiermark liegt voll im Bundestrend, sagt AMS-Sprecher Hermann Gössinger: "Die Zunahme an neuen offenen Stellen beträgt 15,4 Prozent." Die steirischen Betriebe haben seit Jänner dem AMS 15.756 neu zu besetzende Stellen gemeldet. Einen Schub verursache auch die Fußball-Europameisterschaft Euro 2008, meint Kopf. Der Euro-Job-Börse wurden bereits 5000 Stellen bekannt gegeben. Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl rechnet mit 11.000 Arbeitsplätzen im Gefolge der EM, 6000 davon sollen dauerhaft erhalten bleiben. Der Leiter des Instituts für Höhere Studien (IHS), Bernhard Felderer, sagte, er rechne nicht mit einer so hohen Zahl an Dauerjobs.
Lehre gefragt.
Auffallend ist, dass die Unternehmen vorwiegend Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Lehre suchen. Der Bedarf macht etwa die Hälfte der offenen Stellen aus und stieg seit Jänner um 5,4 Prozent. Drei von vier neuen Stellen sind als Ganztagesarbeit ausgeschrieben. Besondere Nachfrage herrscht in der Gastronomie (siehe Grafik). Jeder zweite Arbeitslose weist aber nicht einmal eine abgeschlossene Pflichtschulbildung nach. Das Problem fehlender Fachkräfte macht sich auch schon im Handel bemerkbar. Mit den längeren Öffnungszeiten steigt der Bedarf an fachlich versierten Verkäufern, heißt es im AMS. Das Verhältnis offener Stellen zu verfügbaren Arbeitskräften liegt bei zwei zu eins.
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Fakten
In den ersten drei Monaten stieg die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten freien Stellen um rund 15,5 Prozent oder um 15.195 auf insgesamt 113.300 Jobs. Im Gesamtjahr 2007 waren beim AMS 370.000 offene Stellen gemeldet.














