Open Sky: Air France eröffnet "Luftkampf" über dem Atlantik
Verschärfte Konkurrenz könnte zur Senkung der Tarife führen.

Foto © APABislang waren Nordatlantikrouten die Hochburg der British Airways
Der Luftkampf auf den Nordatlantikrouten ist
eröffnet: Mit ihrem ersten Direktflug von London nach Los Angeles
geht Air France-KLM am 31. März nach jahrelanger Vorbereitung in
die Offensive. Der weltgrößte Luftfahrtkonzern attackiert den
Konkurrenten British Airways in dessen eigener Hochburg. Die Deutsche
Lufthansa und andere Anbieter zögern noch, den Fehdehandschuh
aufzunehmen: Sie wollen angesichts der Wirtschaftskrise in den USA
und hochschießender Treibstoffpreise den angekündigten Preiskrieg
möglichst lange hinausschieben.
Open-Sky-Abkommen. Mit diesem Sonntag gilt das Open-Sky-Abkommen, das den
europäischen Fluggesellschaften erlaubt, von jedem beliebigen Ort in
Europa aus Flüge in die USA anzubieten. "Die verschärfte Konkurrenz
dürfte zu einer Senkung der Tarife führen", prognostiziert
EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot. Das Angebot dürfte breiter und
der Servicewettbewerb schärfer werden. Bis 2012 soll der Verkehr über
dem Nordatlantik um die Hälfte auf 75 Millionen Passagiere zunehmen.
Vom größten Drehkreuz London dürfte der offene Wettbewerb auf Paris
und Frankfurt/Main überspringen.
Briten abhängig. Die Briten sind viel stärker von den lukrativen Nordatlantikrouten
abhängig als die beiden Großen vom Kontinent: BA transportiert
jährlich sieben Millionen Passagiere auf diesen Routen. Bei Air
France sind es 6,4 Millionen und bei der Lufthansa 6,3 Millionen.
Dabei transportiert Air France insgesamt mit 74 Millionen Fluggästen
doppelt so viel Passagiere im Jahr wie die Briten und immerhin zehn
Millionen mehr als die Lufthansa.
Skyteam-Partner Delta. Die Franzosen organisieren ihre Londoner Attacke gemeinsam mit dem
Skyteam-Partner Delta. Eine Boeing 777-200 fliegt künftig täglich
unter der Flagge von Air France nach Los Angeles. Dazu kommen zwei
Flüge nach New York und einer nach Atlanta im Codesharing mit Delta
Air Lines. Als Bollwerk gegen eine Gegenattacke der Briten oder der
Lufthansa bauen AF und Delta zudem ihre gemeinsamen Amerikarouten aus
Frankreich aus. Zusätzliche Flüge gibt es demnächst von Paris nach
Salt Lake City sowie von Lyon und Paris nach New York.
Moderne Flughäfen. Franzosen und Briten rüsten für die "Atlantikschlacht" auch mit
der Modernisierung ihrer Flughäfen. Seit diesem Sonntag kann Air
France in Paris auf das 650 Meter lange Terminal 2E setzen. Das
Gebäude war 2003 eröffnet worden und musste nach einem Teileinsturz
für 130 Millionen Euro erneuert werden. Am Freitag vereinbarte Air
France zudem, das Terminal bis 2012 durch einen "Satelliten" für
sieben Millionen Passagiere im Jahr zu erweitern. British Airways
bekam vor zwei Wochen in Heathrow das 400 Meter lange Terminal T5.
Der 5,6 Milliarden Euro teure Bau ist bisher von Pech und Pannen
geplagt. Mehr als 100 Flüge fielen bereits aus oder gingen ohne
Gepäck ab, weil Computer und Gepäcksortiersysteme versagten.
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Fakten
Das Open-Sky-Abkommen erlaubt den europäischen Fluggesellschaften, von jedem beliebigen Ort in Europa aus Flüge in die USA anzubieten.














