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Zuletzt aktualisiert: 30.03.2008 um 09:15 Uhr

Open Sky: Air France eröffnet "Luftkampf" über dem Atlantik

Verschärfte Konkurrenz könnte zur Senkung der Tarife führen.

Bislang waren Nordatlantikrouten die Hochburg der British Airways

Foto © APABislang waren Nordatlantikrouten die Hochburg der British Airways

Der Luftkampf auf den Nordatlantikrouten ist eröffnet: Mit ihrem ersten Direktflug von London nach Los Angeles geht Air France-KLM am 31. März nach jahrelanger Vorbereitung in die Offensive. Der weltgrößte Luftfahrtkonzern attackiert den Konkurrenten British Airways in dessen eigener Hochburg. Die Deutsche Lufthansa und andere Anbieter zögern noch, den Fehdehandschuh aufzunehmen: Sie wollen angesichts der Wirtschaftskrise in den USA und hochschießender Treibstoffpreise den angekündigten Preiskrieg möglichst lange hinausschieben.

Open-Sky-Abkommen. Mit diesem Sonntag gilt das Open-Sky-Abkommen, das den europäischen Fluggesellschaften erlaubt, von jedem beliebigen Ort in Europa aus Flüge in die USA anzubieten. "Die verschärfte Konkurrenz dürfte zu einer Senkung der Tarife führen", prognostiziert EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot. Das Angebot dürfte breiter und der Servicewettbewerb schärfer werden. Bis 2012 soll der Verkehr über dem Nordatlantik um die Hälfte auf 75 Millionen Passagiere zunehmen. Vom größten Drehkreuz London dürfte der offene Wettbewerb auf Paris und Frankfurt/Main überspringen.

Briten abhängig. Die Briten sind viel stärker von den lukrativen Nordatlantikrouten abhängig als die beiden Großen vom Kontinent: BA transportiert jährlich sieben Millionen Passagiere auf diesen Routen. Bei Air France sind es 6,4 Millionen und bei der Lufthansa 6,3 Millionen. Dabei transportiert Air France insgesamt mit 74 Millionen Fluggästen doppelt so viel Passagiere im Jahr wie die Briten und immerhin zehn Millionen mehr als die Lufthansa.

Skyteam-Partner Delta. Die Franzosen organisieren ihre Londoner Attacke gemeinsam mit dem Skyteam-Partner Delta. Eine Boeing 777-200 fliegt künftig täglich unter der Flagge von Air France nach Los Angeles. Dazu kommen zwei Flüge nach New York und einer nach Atlanta im Codesharing mit Delta Air Lines. Als Bollwerk gegen eine Gegenattacke der Briten oder der Lufthansa bauen AF und Delta zudem ihre gemeinsamen Amerikarouten aus Frankreich aus. Zusätzliche Flüge gibt es demnächst von Paris nach Salt Lake City sowie von Lyon und Paris nach New York.

Moderne Flughäfen. Franzosen und Briten rüsten für die "Atlantikschlacht" auch mit der Modernisierung ihrer Flughäfen. Seit diesem Sonntag kann Air France in Paris auf das 650 Meter lange Terminal 2E setzen. Das Gebäude war 2003 eröffnet worden und musste nach einem Teileinsturz für 130 Millionen Euro erneuert werden. Am Freitag vereinbarte Air France zudem, das Terminal bis 2012 durch einen "Satelliten" für sieben Millionen Passagiere im Jahr zu erweitern. British Airways bekam vor zwei Wochen in Heathrow das 400 Meter lange Terminal T5. Der 5,6 Milliarden Euro teure Bau ist bisher von Pech und Pannen geplagt. Mehr als 100 Flüge fielen bereits aus oder gingen ohne Gepäck ab, weil Computer und Gepäcksortiersysteme versagten.


Fakten

Das Open-Sky-Abkommen erlaubt den europäischen Fluggesellschaften, von jedem beliebigen Ort in Europa aus Flüge in die USA anzubieten.

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