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Zuletzt aktualisiert: 28.03.2008 um 16:39 Uhr

Deutsche Banken: Verluste bis zu 90 Mrd. Euro möglich

Offizielle Bestätigungen der Verluste fehlen bislang.

Foto © AP

Die in den USA ausgelöste Finanzmarktkrise könnte die deutschen Banken nach Medienberichten mit bis zu 90 Mrd. Euro belasten. Auf diese Größenordnung summierten sich nach inoffiziellen Schätzungen die Risiken für die deutsche Kreditwirtschaft aus Geschäften mit US-Ramschhypotheken, schreiben die "Leipziger Volkszeitung" (LVZ) und die "Bild"-Zeitung am Freitag.

Nicht bestätigt. Grundlage sind laut LVZ Schätzungen der Bankenaufsicht. Sowohl die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als auch das deutsche Finanzministerium wollten die Zahlen nicht bestätigen. Ein Ministeriumssprecher sprach von unserösen Hochrechnungen.

Hochrechnungen unseriös. BaFin-Sprecherin Sabine Reimer erklärte, "die in verschiedenen Zeitungsberichten kursierenden Zahlen stammen nicht von uns." Sie ergänzte: "Natürlich haben wir einen Überblick, aber konkrete Zahlen zu einzelnen Banken geben wir nicht heraus." Dem Finanzministerium sind die in den Medien genannten Zahlen nicht bekannt. "Es gibt aktuell keine abschließenden Erkenntnisse - auch nicht der BaFin - über die Höhe der Engagements der deutschen Institute", sagte Ministeriumssprecher Torsten Albig. Die BaFin ermittle diese noch. Denkbare Verluste seien schon gar nicht bekannt. Laut Albig handelt es sich um einen sehr unübersichtlichen Markt unterschiedlichster Produkte. Einfache Hochrechnungen von Zahlen seien daher unseriös.

Spekulationen. Laut LVZ haben die deutschen Banken insgesamt gut 180 Mrd. Euro an US-Immobilienkrediten in ihren Depots. Die auf 75 Mrd. bis 90 Mrd. Euro veranschlagte Risikosumme entfalle zum größten Teil auf Landesbanken. Laut "Bild"-Zeitung spekulieren "Bankinsider" über mögliche Wertverluste von 70 Mrd. Euro.

"Ernst genug". Albig verwies darauf, dass die bisher bekannten Wertverluste sich in Deutschland auf 30 Mrd. US-Dollar (19 Mrd. Euro) und weltweit auf rund 300 Mrd. US-Dollar summierten. Auf diese bekannten Zahlen sollte man sich konzentrieren. "Sie sind schon ernst genug."

Gespräche. Über die Finanzmarktturbulenzen wird laut Albig bereits an diesem Wochenende erneut in dem von Industrieländern getragenen Forum für Finanzstabilität (FSF) gesprochen. Auch der EU-Finanzministerrat (Ecofin) wird nächste Woche auf seinem informellen Treffen in Brdo nahe der slowenischen Hauptstadt Ljubljana darüber reden. Die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten (G-7) werden sich zudem in der zweiten April-Woche am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington mit der Krise befassen. Albig: "Nirgendwo, in keiner Vorlage, tauchen derartige Zahlen auf."


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