1,445 Milliarden Euro: Erste Bank-Deal mit der Wiener Städtischen
In der österreichischen Finanzlandschaft gibt es eine spektakuläre Vertriebs-Ehe: Die Erste Bank verkauft für 1,445 Milliarden Euro ihre Versicherungs-Sparte an die "Wiener Städtische".

Foto © APAErste Bank-Chef Andreas Treichl
Dass Erste Bank und Wiener Städtische einmal
aneinander rücken sollten, galt in der Finanzbranche als ein offenes
Geheimnis. Mittwochabend nach Börseschluss wurde nun verkündet, dass
sich die Erste Bank ganz aufs Bankgeschäft konzentrieren will und
ihre Versicherungstöchter (s Versicherung mit Osttöchtern,
BCR-Versicherungen) bis zum Herbst für 1,445 Milliarden Euro an die Wiener
Städtische Versicherung (Vienna Insurance Group) verkauft. Die
zugleich besiegelte Vertriebskooperation der beiden börsenotierten
österreichischen Häuser ist auf Jahrzehnte angelegt.
"Preferred Partnership".
Das zunächst 15 Jahre laufende Vertriebsabkommen bedeutet, dass
Versicherung und Bank in allen Ländern, wo sie beide aktiv sind, eine
"Preferred Partnership" unterhalten. Darunter fallen neben Österreich
Kroatien, Rumänien, Tschechien, Serbien, die Slowakei, die Ukraine
und Ungarn. Die Vertriebsvereinbarung verlängert sich automatisch um 10 Jahre, wenn sie nicht 12 Monate vor Ablauf durch einen der beiden Partner gekündigt wird. Damit erhoffen sich beide Häuser Synergien.
Beide Parteien verpflichten sich per Vertrag, die Produkte des
jeweils anderen Partners bevorzugt über ihr jeweiliges Vertriebsnetz
zu vertreiben. In der Sachversicherung wurde schon bisher kooperiert.
Frisches Geld.
Das Vertragswerk wurde am Mittwoch im Anschluss an die Beschlüsse in den
Aufsichtsräten der beiden Häuser von den Generaldirektoren Andreas
Treichl (Erste Bank) und Günter Geyer (Vienna Insurance Group)
unterschrieben. Die Städtische holt sich dafür und für weitere
Zukäufe im Osten frisches Geld über 1,2 bis 1,4 Mrd. Euro: junge
Aktien werden für bis zu 1 Mrd. Euro emittiert, die
Städtische-Hauptaktionärin zieht dabei mit und bleibt bei rund 70
Prozent. Ein paar hundert Millionen holt sich die Versicherung via
Hybrid-Emission.














