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Zuletzt aktualisiert: 27.03.2008 um 08:55 Uhr

1,445 Milliarden Euro: Erste Bank-Deal mit der Wiener Städtischen

In der österreichischen Finanzlandschaft gibt es eine spektakuläre Vertriebs-Ehe: Die Erste Bank verkauft für 1,445 Milliarden Euro ihre Versicherungs-Sparte an die "Wiener Städtische".

Erste Bank-Chef Andreas Treichl

Foto © APAErste Bank-Chef Andreas Treichl

Dass Erste Bank und Wiener Städtische einmal aneinander rücken sollten, galt in der Finanzbranche als ein offenes Geheimnis. Mittwochabend nach Börseschluss wurde nun verkündet, dass sich die Erste Bank ganz aufs Bankgeschäft konzentrieren will und ihre Versicherungstöchter (s Versicherung mit Osttöchtern, BCR-Versicherungen) bis zum Herbst für 1,445 Milliarden Euro an die Wiener Städtische Versicherung (Vienna Insurance Group) verkauft. Die zugleich besiegelte Vertriebskooperation der beiden börsenotierten österreichischen Häuser ist auf Jahrzehnte angelegt.

"Preferred Partnership". Das zunächst 15 Jahre laufende Vertriebsabkommen bedeutet, dass Versicherung und Bank in allen Ländern, wo sie beide aktiv sind, eine "Preferred Partnership" unterhalten. Darunter fallen neben Österreich Kroatien, Rumänien, Tschechien, Serbien, die Slowakei, die Ukraine und Ungarn. Die Vertriebsvereinbarung verlängert sich automatisch um 10 Jahre, wenn sie nicht 12 Monate vor Ablauf durch einen der beiden Partner gekündigt wird. Damit erhoffen sich beide Häuser Synergien. Beide Parteien verpflichten sich per Vertrag, die Produkte des jeweils anderen Partners bevorzugt über ihr jeweiliges Vertriebsnetz zu vertreiben. In der Sachversicherung wurde schon bisher kooperiert.

Frisches Geld. Das Vertragswerk wurde am Mittwoch im Anschluss an die Beschlüsse in den Aufsichtsräten der beiden Häuser von den Generaldirektoren Andreas Treichl (Erste Bank) und Günter Geyer (Vienna Insurance Group) unterschrieben. Die Städtische holt sich dafür und für weitere Zukäufe im Osten frisches Geld über 1,2 bis 1,4 Mrd. Euro: junge Aktien werden für bis zu 1 Mrd. Euro emittiert, die Städtische-Hauptaktionärin zieht dabei mit und bleibt bei rund 70 Prozent. Ein paar hundert Millionen holt sich die Versicherung via Hybrid-Emission.


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