Komplizierter Neustart
Meinl European Land hat endlich Investoren. Sie bringen 800 Millionen Euro. Anlegerschützer skeptisch.
Meinl European Land (Mel), die in Schieflage geratene Immobilien-Gesellschaft hat zwei neue Investoren. Die Fonds Citi Property Investors (CPI) und Gazit-Globe steigen mit rund 800 Millionen Euro ein, was ihnen Anteile bis zu 30 Prozent sichern wird. In den nächsten 60 Tagen soll der Deal abgeschlossen sein.
Kompliziert. Es passt zur jüngeren Historie der einst erfolgreich an der Börse agierenden Gesellschaft, dass sich die Abwicklung des Einstiegs äußerst kompliziert gestaltet: Das Investoren Duo kommt mittels Kapitalerhöhung an Bord. Und zwar via so genannter Wandelschuldverschreibung im Ausmaß von 500 Millionen Euro. Das heißt: Sie haben ein mit 10,75 Prozent verzinstes Bezugsrecht auf Mel-Zertifikate, das in den nächsten sieben Jahren in Eigenkapital umgewandelt werden kann.
Zertifikate. Im Rahmen einer weiteren - 300 Millionen Euro schweren - Kapitalerhöhung werden auch bestehenden Anlegern Mel-Zertifikate angeboten. Zum Bezugspreis von sieben Euro. Zur Erinnerung: Bei der letzten Kapitalerhöhung im Februar 2007 wurden 75 Millionen Zertifikate ausgegeben. Stückpreis: 19,70 Euro. Zwei Monate später hat der massive Rückkauf eigener Aktien um insgesamt 1,8 Milliarden Euro begonnen. Durchschnittspreis je Zertifikat: 20,43 Euro. Die Anleger wurden zu spät informiert, daher flogen die Mel-Papiere aus der Oberliga der Wiener Börse, Ermittlungen der Behörden laufen, Kleinanleger haben Schadenersatzklagen eingebracht.
"Belohnung". Gegenüber der Kleinen Zeitung zeigte sich Anlegerschützer Wilhelm Rasinger skeptisch: "Für den Privatanleger ergibt sich durch den Einstieg kein unmittelbarer Vorteil." Er gehe davon aus, dass viele Anleger bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen werden. Viele Anleger seien frustriert und enttäuscht. Weil die zur Meinl-Bank-Gruppe gehörende Management-Gesellschaft der Mel noch langfristige Verträge hat, werden diese für 280 Millionen Euro abgelöst. Eine nicht näher definierte Summe davon soll reinvestiert werden. "Niemand versteht, dass die Mel der Managment-Gesellschaft 280 Millionen Euro als 'Belohnung' zahlen soll", so Rasinger.














