Ralph Nader steigt wieder ins Rennen ums Weiße Haus ein
Der Verbraucheranwalt Ralph Nader will es zum dritten Mal wissen. Weder Demokraten noch Republikaner gingen die Probleme der USA an, sagte Nader im US-Fernsehen.

Foto © APRalph Nader
Das Bewerberfeld im Rennen um das Weiße
Haus ist - nicht völlig überraschend - größer geworden: Nach Anläufen
bei den beiden vorangegangenen US-Präsidentschaftswahlen erklärte der
parteiunabhängige Verbraucheranwalt Ralph Nader (73) am Sonntag seine
neuerliche Kandidatur. Weder Demokraten noch Republikaner gingen die
Probleme der USA an, sagte Nader im US-Fernsehen. Washington sei "von
Unternehmen besetztes Gebiet", wodurch die Interessen der Regierung
sich gegen die Menschen richteten. "In diesem Zusammenhang habe ich
entschieden, mich um das Präsidentenamt zu bewerben."
Grüner und Unabhängiger.
Nader hatte 2000 für die Grüne Partei kandidiert und war auf knapp
drei Prozent der Stimmen gekommen. Vier Jahre später trat er als
unabhängiger Bewerber an, errang aber nur einen sehr kleinen
Stimmanteil. Viele Demokraten machen den Verbraucheranwalt für die
Niederlage Al Gores gegen George W. Bush bei den
Präsidentschaftswahlen vor acht Jahren verantwortlich, weil seine
Kandidatur Gore in Florida entscheidende Stimmen gekostet habe.
Kritiker der US-Industrie.
"Wer auch immer Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird -
Nader kann ihm Schaden zufügen", sagte ein TV-Kommentator am Sonntag.
"(Der wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner) John
McCain wird heute auf ihn anstoßen." Ralph Nader hatte sich von den
60er Jahren an den Ruf eines harschen Kritikers der amerikanischen
Industrie erworben und führt schon seit vier Jahrzehnten einen
Feldzug gegen den Einfluss großer Konzerne.
Obama nimmt's gelassen.
Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hatte sich
bereits gelassen über eine Kandidatur Naders geäußert, nachdem am
Samstag Gerüchte über dessen Schritt aufgekommen waren. "Die
Demokraten müssen so attraktiv sein, dass ein paar Prozentpunkte für
einen anderen Kandidaten keinen Unterschied machen." Nader hatte
zuvor Obama vorgeworfen, es an Substanz mangeln zu lassen. "Mr. Nader
denkt, man ist substanzlos, wenn man nicht allen seinen politischen
Ideen zuhört und sie übernimmt", sagte der schwarze Senator.



















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