Delegierte zählen bei den US-Vorwahlen
Die Kandidaten sammeln Stimmen für den Nominierungsparteitag.

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Das Ergebnis der Vorwahl von Nevada, wo
Hillary Clinton mit 51 Prozent der Wählerstimmen zwar prozentuell
einen klaren Sieg vor Barack Obama (45) landen konnte, letztlich aber
wahrscheinlich mit einer Delegiertenstimme weniger vorlieb nehmen
muss, erinnert daran: Die Anzahl der Vorwahlen, die die Kandidaten
für sich entscheiden, mag für das mediale Echo und Rückenwind in den
Meinungsumfragen sorgen, für die Wahl zum Präsidentschaftskandidaten
benötigen sie aber am Ende eines langen Vorwahlkampfes die Mehrheit
der Delegierten, die auf dem Nominierungsparteitag ihre Stimme für
sie abgeben.
Geheime Stimmabgaben. Egal, ob "Primary" oder "Caucus", also geheime Stimmabgabe im
Wahllokal oder offene Abstimmung auf der Parteiversammlung: Zweck der
Vorwahlen ist es, die Delegierten der jeweiligen Partei für den
Nominierungs-"Konvent" zu bestimmen, wo erst offiziell der
Spitzenkandidat gewählt wird. Tatsächlich aber ist die große Mehrheit
dieser Delegierten in ihrem Abstimmungsverhalten bereits durch die
Vorwahl festgelegt - von ihnen wird erwartet, dass sie auf dem
Wahlparteitag für jenen Bewerber stimmen, in dessen Namen sie
ausgewählt worden sind. Bei den Republikanern ist diese Verpflichtung
explizit, bei den Demokraten nicht - dafür haben dort die Kandidaten
das Recht, gewählte Delegierte vor dem Parteitag gegen solche ihrer
Wahl auszutauschen, wenn sie sich ihrer Loyalität nicht sicher sind.
Delegierte. Zu diesen "verpflichteten" ("pledged") Delegierten kommen
allerdings bei Republikanern wie auch Demokraten noch die "etwas
Gleicheren": Bei ersteren noch dezent "nicht verpflichtet"
("unpledged"), bei letzteren gleich pragmatisch "Superdelegierte"
genannt, handelt es sich dabei um Mitglieder des
Partei-Establishments, Abgeordnete oder Gouverneure. Sie sind bei den
Demokraten gar nicht, bei den Republikanern nur zum Teil an die
Entscheidungen in ihren Bundesstaaten gebunden und können daher ein
nach den Primaries klar erscheinendes Ergebnis auf dem Parteitag noch
verändern - zumindest theoretisch. In der Praxis sind aber auch die
meisten von ihnen einem der Kandidaten zuzuordnen.
Alle Stimmen für den Kandidaten. Die Republikaner lassen ihre Delegierten in vielen Staaten nach
dem "winner takes all"-System wählen, das dem jeweiligen Sieger, auch
wenn er z. B. nur 35 Prozent der Stimmen erhielt, alle
Delegiertenstimmen zuspricht. In manchen Staaten wird bei ihnen
dagegen auch das Verhältniswahlrecht praktiziert, das die
demokratische Partei generell überall anwendet: Wer in einem Staat 20
Prozent der Stimmen erhält, erringt üblicherweise auch 20 Prozent der
Delegierten - allerdings nicht immer wirklich exakt, wie Nevada
zeigt, wo die Delegierten nicht nach dem Gesamtergebnis, sondern
aufgeteilt auf die Wahlkreise vergeben werden.
Unterschiedliche Regeln. Generell ist das Prozedere der Vorwahlen nicht
verfassungsrechtlich festgelegt, die Parteiorganisationen sind daher
in seiner Gestaltung frei und legen auch unterschiedliche Regeln wie
etwa Prozenthürden fest. So gilt bei den Demokraten generell eine
15-Prozent-Hürde, bei den Republikanern gibt es in einzelnen Staaten
unterschiedliche Untergrenzen.
Die Stimmberechtigten. Die Gesamt-Anzahl der stimmberechtigten Delegierten eines Staates
auf dem Nominierungsparteitag hängt vor allem von seiner
Bevölkerungsstärke und seinem Wähleranteil bei den letzten drei
Präsidentenwahlen ab. Insgesamt soll es beim Konvent der Demokraten
in Denver im August 3.253 Delegierte und 796 Superdelegierte geben,
auf dem Republikanischen Parteitag in Minneapolis-St.Paul werden
Anfang September 1.917 "verpflichtete" und 463 "nicht verpflichtete"
Abgesandte ihrer Staaten den Präsidentschaftskandidaten der Partei
küren. Das bedeutet im Rennen bis dorthin, dass das demokratische
Präsidentschafts-Wahlticket 2.025 Stimmen "kostet", das
republikanische 1.191.
Mögliche Änderungen. Die Zahl der Parteitagsdelegierten kann sich allerdings noch
ändern, wenn Delegierte zurück- oder aus der Partei austreten oder
nicht zum Konvent kommen können. Letztlich kann auch die
Parteiführung noch Änderungen verfügen - wie etwa im Fall von
Michigan oder Florida, die für ihr Vorpreschen im Vorwahl-Kalender
von den Demokraten mit dem Ausschluss von der Kandidatenkür
"bestraft" wurden.



















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