Obamas Mann fürs Grobe
Rahm Emanuel (48) soll Stabschef des neuen US-Präsidenten werden.

Foto © APARahm Emanuel
"Rahmbo" nennen viele den Mann, dem Barack Obama das Amt des Stabschefs und Organisators im Weißen Haus angeboten hat. Rahm Emanuel hat den Ruf, rachsüchtig zu sein: 1996, als Bill Clinton nach langem Streit wiedergewählt wurde, ergriff er bei einem Bankett ein Steakmesser, stieß es mehrmals in den Tisch und drohte, Clintons Feinde umzubringen. Der 48-Jährige kommt, wie Obama, aus Illinois; bevor er für Clinton arbeitete, war er Fundraiser für den langjährigen Bürgermeister Richard Daley.
Golfkrieg.
Emanuel stammt, wie Obama, von Immigranten ab. Sein Vater ist Israeli, er gehörte der Terrorgruppe Irgun an, die im Zweiten Weltkrieg Anschläge gegen die Briten verübte. Seine Mutter war eine Aktivistin der Bürgerrechtsbewegung. Emanuel kämpfte 1991 im Golfkrieg als Freiwilliger für Israel. Danach schloss er sich Clintons Wahlkampagne an, er schaffte es, bei wohlhabenden New Yorker Spendern die damals hohe Summe von 72 Millionen Dollar einzusammeln.
Oslo-Verträge.
Zur Belohnung machte Clinton ihn zum Berater. Der Höhepunkt seiner Karriere war die Unterzeichnung der Oslo-Verträge, für die er mitverantwortlich war. 1999 verließ er das Weiße Haus, um zu einer Investmentbank zu gehen, seit 2003 vertrat er Nord-Chicago im US-Kongress, wo er zum Vorsitzenden der Demokraten im Kongress aufrückte. Er zählt zu den Unterstützern des Irakkriegs. Emanuel trug vor zwei Jahren dazu bei, dass die Demokraten die Mehrheit im Kongress eroberten. Damals war er auf Hillary Clintons Seite, schloss sich dann aber Obama an. Obwohl Emanuels Geschichte mit der von Obama Ähnlichkeiten aufweist, könnten sie vom Charakter her nicht verschiedener sein.
Wadenbeißer.
Obamas Botschaft ist Versöhnung, Emanuel gilt als Wadenbeißer. Einmal schickte einem Kollegen, über den er sich geärgert hatte, einen verfaulten Fisch. Allerdings: Obama braucht, so glauben viele seiner Berater, als Stabschef eine robuste Person, die Feinde einschüchtert. Hinter den Kulissen arbeitete Emanuel bereits für den Senator: Er war an den Verhandungen um das 700-Milliarden-Dollar-Bankenpaket im Oktober beteiligt.
Features
Zur Person
Rahm Emanuel, geboren am 29. November 1959 in Chicago.
Werdegang:
Investmentbanker und Politiker der US-Demokraten. Von 1993 bis 1999 Berater von Präsident Clinton. Seit 2003 Mitglied des Repräsentantenhauses. Verheiratet, Vater dreier Kinder.



















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