Clintons Kampf um die Wählergunst
Die Favoritin der Demokraten gilt als anerkannter Profi. Dafür zollen ihr viele Respekt.

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Die ehemalige First Lady wollte die erste
US- Präsidentin werden. Und der Sieg schien Hillary Clinton gewiss.
Die 60-jährige Senatorin aus New York war lange Zeit die Favoritin
ihrer Demokratischen Partei - bis ihr der kometenhafte Aufstieg des
schwarzen Newcomers Barack Obama in die Quere kam.
"Umfeld der Strenge". Clinton gilt als zäher, routinierter Politprofi. Der Kampfgeist
wurde der in Chicago geborenen Hillary Rodham bereits von ihrem
Vater, einem mittelständischen Unternehmer, beigebracht. Der
Journalist Carl Bernstein schreibt in seiner Biografie: "In ihrer
Familie hat der Vater wie ein Militärausbilder geherrscht.... Sie
wuchs auf in diesem Umfeld der Strenge, in dem sie kämpfen lernte."
Ihre Anhänger. Die schlagfertige, gebildete Juristin aus Illinois überzeugt zwar
viele intellektuell, aber die Herzen vieler Amerikaner hat sie noch
nicht gewonnen. Clinton gilt als spröde und berechnend, jemand, der
eine politische Dynastie etablieren und weiterführen wollte. Doch war
ihr Wahlkampf effektiv und zielgerichtet: Clinton versammelte
Wählergruppen um sich, mit denen sich die Demokraten sonst eher
schwertaten: ältere Frauen, weiße Arbeiter, Latinos und Katholiken.
Nicht für die zweite Reihe. Als die Yale-Absolventin an der Seite Bill Clintons ins Weiße Haus
einzog, gab sie sich nicht mit der herkömmlichen Rolle der First Lady
zufrieden. Sie führte das Gremium, das im Auftrag der Regierung eine
Gesundheitsreform plante - und scheiterte.
Kampf für Reform. Auch heute kämpft Clinton für eine Gesundheitsreform. Sie, die
sich gern zusammen mit ihrer Tochter Chelsea umjubeln lässt, streitet
für liberale Werte in Justiz und in der Familienpolitik. Bei vielen
linken und liberalen Wählern gilt sie dennoch als politischer Falke.
Besonders ihre Zustimmung zum Irak-Krieg 2002, von dem sie sich erst
sehr spät distanziert hat, haben ihr viele nicht verziehen.
Ihr größtes Verhängnis. Etliche Amerikanerinnen nehmen ihr übel, dass sie ihren Mann nach
der Affäre mit seiner damaligen Praktikantin Monika Lewinsky nicht
verließ. Seine aktive Unterstützung im Kampf um die Kandidatur sehen
viele auch als Hillarys größtes Verhängnis.



















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