Historiker Karner erachtet Expertengruppe für nötig
Der Historiker Stefan Karner geht davon aus, dass sich Akten zu den Spionage-Vorwürfen gegen den verstorbenen Altbürgermeister und einstigen ORF-Journalisten Helmut Zilk in Österreich befinden.

Foto © ORF/Runder Tisch
Dabei handle es sich seiner Einschätzung nach um
"Informationen, die das Innenministerium hatte, von der CIA erlangte
sowie Unterlagen aus dem Parlament", sagte Karner am Montag im
Gespräch mit der APA. Er hält die schnellstmögliche Einsetzung einer
Expertengruppe aus Tschechien, Österreich und den USA für unbedingt
notwendig.
Untersuchungen. Der Professor für Geschichte an der Universität Graz, Leiter des
Ludwig Boltzmann-Institutes für Kriegsfolgenforschung und Herausgeber
des umfassenden Recherche-Werkes "Prager Frühling" wünscht sich mehr
versachlichte Informationen statt medialer Beschuldigungen in der
Spitzelaffäre. Es sei im Sinne einer inneren Quellenkritik "wichtig
zu untersuchen, ob die Informationen in den Akten überhaupt richtig
sind", betonte Karner.
Verfahren. Dazu fordert er ein "Beweiswürdigungsverfahren", in dem einander
die Akten aus Tschechien, Österreich, den USA und eventuell aus
Moskau gegenübergestellt werden. Auch durch Zeitzeugen-Befragungen
könne Licht in die Angelegenheit gebracht werden. Den tschechischen
Zilk-Akt an sich beurteilt er zwar als "in sich stringenten Akt, der
äußerlich den Gepflogenheiten östlicher Geheimdienste entspricht".
Dies gebe jedoch nur Aufschluss über die "äußere Quellenkritik", die
Wahrheit über den Fall sei mit der Echtheit des Aktes noch nicht
bewiesen.





