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Zuletzt aktualisiert: 07.11.2008 um 23:16 UhrKommentare

"Mach weiter, the show must go on"

Zilk Ehefrau Dagmar Koller im Porträt.

Für Koller war Zilk die Große Liebe.

Foto © ORF/Für Koller war Zilk die Große Liebe.

Sie wirkt ruhelos und müde. Telefon und Handy läuten fast im Minutentakt seit jenem 24. Oktober, an dem Helmut Zilk friedlich im Spital eingeschlafen ist. Wenn sie in den letzten Tagen in der Stadt unterwegs war, hat sie sich ein Tuch über den Kopf geworfen. "Sobald mich die Leute erkennen, kommen sie und weinen sich an meiner Schulter aus. Das ist berührend." Kurz zuvor haben deutsche Redakteure angerufen. "Sie müssen verstehen, warum ich so nervös bin. Vor Ihnen war gerade "Die Aktuelle" und "Die Frau im Spiegel", entschuldigt sie sich.

Im Scheinwerfer. Am Vortag ist die Speicherkapazität ihres Computers überschritten worden und sie hat alte Mails löschen müssen. Aus Mali, Russland, den USA, aus allen Ländern würden Mails eintreffen. Das Löschen alter Mails sei ihr einfach schwer gefallen, klagt sie, um Sekunden später ruhelos zu erzählen, dass sie ihren Wien-Aufenthalt verlängern musste, obwohl sie längst auf dem Zahnarztstuhl in Portugal sitzen müsste. Zwischendurch rufen Beamte des Wiener Rathauses an, um sie zu fragen, ob die Schrift im Kondolenzbuch schwarz oder golden oder grau sein soll. Ob sie mit dem Satz im Kondolenzbuch einverstanden sei. Sie muss klären, wer eingeladen wird, wer wo beim heutigen Begräbnis sitzen wird. Zwischendurch erzählt sie, dass sie in der Sendung "Das perfekte Promi Dinner" gegen Vera Russwurm und andere gewonnen und 5000 Euro gespendet hat.

Öffentliches Paar. Helmut Zilk und Dagmar Koller, beide haben sie als öffentliches Paar ein Leben im Scheinwerferlicht geführt. Helmut Zilk dürfte es freuen, dass die Scheinwerfer weiter aufgeblendet bleiben. Koller ist dankbar dafür. "Schreiben Sie bitte, dass die Hilfe des Rathauses wunderbar ist. Ich hätte ja so ein Begräbnis nie im Leben zusammengebracht, ich bin eine trauernde Witwe und hätte mit fünf Leuten mein Begräbnis gehabt. Dank dem lieben Gott, dass sie dem Helmut so eine Ehre zukommen lassen."

Grab. Nein, sagt sie, sie habe ein solches Begräbnis nie erwartet. Sie schwärmt vom Grab, das von zwei Birken begrenzt ist. "Dass mir die Stadt Wien so ein Grab zur Verfügung stellt: Mir ist die Luft weggeblieben. Ich habe nur gesagt: Diese schönen Birken. Das sind die Lieblingsbäume meines Mannes." Sie überlegt kurz und meint: "Die eine Birke ist schon ziemlich alt. Ich hoffe, dass sie nicht zusammenbricht. Aber so ein schönes Grab."

Curd Jürgens und Kreisky. Gefreut hat sie sich nicht nur über die Birken, sondern auch über die umliegenden Gräber. "Um meinen Mann liegen jene Menschen, denen er am nächsten war. Schönberg liegt dort und Helmut hat die Musik geliebt. Kreisky liegt dort. Zwischen den beiden hat es ein auf und ab gegeben und um die Ecke liegt Curd Jürgens, mit dem ich den Film "Die gelbe Nachtigall" gedreht habe." Sie erzählt, wie sehr Helmut Zilk die Gesellschaft von Curd Jürgens genossen habe. "Was war er damals 1975, Bürgermeister?" Sie unterbricht sich fast heftig: "Nein, da ist er gerade als Fernsehdirektor abgetreten und da wurde angefragt, ob er Ombudsmann wird."


Zur Person

Dagmar Koller, geboren am 26. 8. 1939 in Klagenfurt. 1970 lernte sie Helmut Zilk kennen, Hochzeit 1978.

Karriere: Erster Auftritt als Sechsjährige am Klagenfurter Stadttheater.

Bühnenengagements in den USA, Deutschland. 1956 feierte sie ihr Debüt an der Wiener Volksoper.

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