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Anonymous und WikiLeaks gehen getrennte Wege Assange darf ausgeliefert werden Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Wikileaks Nächster Artikel Anonymous und WikiLeaks gehen getrennte Wege Assange darf ausgeliefert werden
Zuletzt aktualisiert: 31.12.2010 um 17:46 UhrKommentare

"Wenn ihr mich tötet, wird alles veröffentlicht"

Wikileaks-Gründer Julian Assange droht, alle Dokumente zu veröffentlichen, sollte ihn eine hohe Haftstrafe erwarten oder sollte er gar ermordet werden.

Foto © Reuters

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat mit der Veröffentlichung aller im Besitz seiner Organisation befindlichen Dokumente gedroht, sollte er ermordet oder für lange Zeit ins Gefängnis gesteckt werden. "Wir verhalten uns auf verantwortliche Weise", sagte Assange dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera. "Aber wenn ich dazu gezwungen werde, könnten wir bis zum Äußersten gehen und jedes einzelne Dokument, das wir haben, zugänglich machen." 2000 Webseiten stünden in diesem Fall bereit, um das derzeit durch Passwörter geschützte Material ins Internet zu stellen.

Den letzten Teil des viel beachteten Interviews strahlte Al-Jazeera in der Nacht auf gestern aus. Assange berichtete, dass zahlreiche hohe Funktionsträger in der arabischen Welt engste Kontakte zum US-Geheimdienst CIA unterhielten, die sie durch Besuche in den jeweiligen US-Botschaften pflegen würden.

"Diese Funktionsträger sind Spione der USA in ihrem eigenen Land", fügte Assange hinzu. Namen nannte er in der Sendung keine. Einige arabische Länder hätten eigene Folterzentren eingerichtet, um dort von Washington überstellte Gefangene zu verhören und zu "bearbeiten". Auch hier ging Assange auf keine Einzelheiten ein.

Der 39-jährige Australier hält sich derzeit in Großbritannien auf, wo auch das Al-Jazeera-Interview aufgezeichnet wurde. Dort versucht er, seine Auslieferung nach Schweden zu verhindern. Die schwedische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ungeschützten Sex mit zwei Frauen gegen deren Willen gehabt zu haben. Konkret ging es darum, dass die zwei Frauen Assange vorwerfen, er habe ungeschützten Sex verlangt und gegen ihren Willen durchgesetzt. Mit geschütztem Sex wären sie nach Medienberichten einverstanden gewesen.

Der Kopf der Enthüllungs-plattform wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer durch die USA gesteuerten Verschwörung. Es begann ein juristisches Verwirrspiel, da wechselnde Staatsanwältinnen in Schweden die Vorwürfe ganz unterschiedlich bewerteten.

Tauziehen um Haftbefehl

Einen ersten Haftbefehl hob die schwedische Justiz innerhalb von 24 Stunden wieder auf, ermittelte aber weiter. Im November folgte ein zweiter schwedischer Haftbefehl. Zudem ließ die Staatsanwaltschaft Assange über die internationale Polizeibehörde Interpol zur Fahndung ausschreiben. Es galt als sicher, dass sich der Gesuchte in Südengland aufhielt. Ein EU-weiter Haftbefehl war zunächst an einem Formfehler gescheitert. Schweden besserte nach, die britische Polizei musste den Haftbefehl vollstrecken. Assange wurde inhaftiert, später aber auf Kaution wieder freigelassen.

Die Internet-Plattform Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten Hunderttausende vertrauliche Unterlagen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie über den diplomatischen Schriftverkehr der USA in ihren Besitz gebracht. Dadurch fühlt sich vor allem Washington bloßgestellt.

Veröffentlicht wird das Material weltweit von mehreren Zeitungen, die mit Wikileaks kooperieren und die auch sicherstellen sollen, dass dadurch das Leben von Menschen nicht gefährdet wird.


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