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Zuletzt aktualisiert: 30.11.2010 um 16:54 UhrKommentare

Wikileaks: China für ein wiedervereintes Korea

Laut der Internet-Plattform Wikileaks würde China ein wiedervereintes Korea akzeptieren. Weiters rechnet die Regierung in Peking, dass das Regime in Nordkorea nach dem Tod von Kim Jong Il zusammenbrechen wird.

Was diese Demonstranten zeigen, nimmt laut Wikileaks die Regierung in China vorweg: Nordkorea könnte nach dem Tod von Kim Jong Il zusammenbrechen.

Foto © APWas diese Demonstranten zeigen, nimmt laut Wikileaks die Regierung in China vorweg: Nordkorea könnte nach dem Tod von Kim Jong Il zusammenbrechen.

Die Enthüllungen der Internet-Plattform Wikileaks haben Risse im Verhältnis zwischen den Verbündeten China und Nordkorea offengelegt. Darin zeigten sich chinesische Regierungsvertreter frustriert über das Regime in Pjöngjang. Außerdem wird in den Depeschen spekuliert, Peking könne ein wiedervereinigtes Korea unter Führung Südkoreas akzeptieren, solange Seoul sich nicht aggressiv verhalte.

In den diplomatischen Kabeln wird allerdings gewarnt, China werde keine amerikanischen Truppen nördlich der entmilitarisierten Zone, die derzeit die Grenze zwischen Nord- und Südkorea markiert, hinnehmen. Der damalige stellvertretende Außenminister von Südkorea, Chun Yung Woo, sagte demzufolge der amerikanischen Botschafterin Kathleen Stephens im Februar, China könne ein vereinigtes Korea akzeptieren, das den USA freundschaftlich verbunden sei. Chun erklärte weiter, wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten in einem vereinigten Korea könnten ein Grund für das Einverständnis der chinesischen Regierung sein.

Chun sagte voraus, die Regierung in Pjöngjang werde nach dem Tod des erkrankten Staatschefs Kim Jong-il wohl innerhalb von drei Jahren zusammenbrechen. China wolle zwar den Status quo erhalten, habe aber kaum Möglichkeiten, einen Zusammenbruch zu verhindern. Peking verfüge über weit weniger Einfluss auf Pjöngjang als allgemein angenommen. Chun rechnete nicht damit, dass China militärisch eingreifen würde, sollte es in Nordkorea zum Chaos kommen.

Mögliche Unruhen

In den Memoranden hieß es, China bereite sich auf Unruhen entlang der Grenze vor, sollte das nordkoreanische Regime zusammenbrechen. Chinesische Regierungsvertreter werden mit den Worten zitiert, man könne bis zu 300.000 Flüchtlinge aufnehmen, müsse aber möglicherweise die Grenze schließen, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.

Chinesische Politiker sollen sich auch über Nordkorea lustig gemacht haben, während öffentlich stets die engen Beziehungen beider Länder betont werden. Der damalige stellvertretende Außenminister He Yafei sagte demnach einem US-Vertreter im April 2009 nach einem nordkoreanischen Raketentest, Pjöngjang benehme sich wie ein "verzogenes Kind", das die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wolle.

Wikileaks hat am Wochenende Hunderttausende Diplomaten-Depeschen aus dem US-Außenministerium veröffentlicht. Die USA haben die Enthüllungen scharf kritisiert.


Assange gesucht

Wegen der jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen hat die Polizei in Australien Ermittlungen gegen den Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, aufgenommen.

Es werde geprüft, ob australische Gesetze gebrochen wuirden, sagte Justizminister Robert McClelland am Montag. Von einer Aufforderung der USA, Assange seinen australischen Pass zu entziehen, sei ihm aber nichts bekannt.

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