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Zuletzt aktualisiert: 10.10.2010 um 19:18 UhrKommentare

Christine Marek - Bruchlandung für den "Kolibri aus Stahl"

Historisch schlechtestes Ergebnis für Staatssekretärin wenige Monate nach Sprung an die Parteispitze.

Foto © APA

Erst vor wenige Monaten als Parteichefin inthronisiert und schon einen Wahlkampf zu schlagen - so war die Ausgangslage für Staatssekretärin Christine Marek (42) als Wiener ÖVP-Obfrau. Dabei hat sich der bunte Vogel der Bundes-ÖVP mit Law & Order-Rhetorik in der Wahlschlacht zum "Kolibri aus Stahl" (so der "Falter") gemausert - am Wahlabend aber eine veritable Bruchlandung hingelegt.

"Jetzt wird die ÖVP positioniert. Bei der Wiener Wahl 2010 will ich dazugewinnen." So tönte Christine Marek im November des Vorjahres, kurz nachdem sie mit Unterstützung von Bundesparteichef Josef Pröll zur neuen Frontfrau der Wiener ÖVP nominiert worden war. Geworden ist es - nach internen Querelen um die Parteispitze im Gefolge des Abgangs von Johannes Hahn nach Brüssel und einem Wahlkampf nach dem Motto "Auffallen um jeden Preis" - das historisch schlechteste Ergebnis der Hauptstadt-Schwarzen.

Immerhin war der quirligen Politikerin die Wiener Kommunalpolitik keineswegs in die Wiege gelegt worden: Geboren ist Marek am 26. Jänner 1968 in Kempten (Bayern), aufgewachsen ist sie großteils in Oberösterreich. Seit 1991 wohnt sie in der Bundeshauptstadt.

Die Alleinerzieherin (Sohn Maximilian wurde 1993 geboren) begann während ihrer dreijährigen Babykarenz ihr politisches Engagement, zunächst bei der ÖVP-Meidling. 2002 zog sie in den Nationalrat ein und blieb dort bis zu ihrem Wechsel als Staatssekretärin ins Wirtschaftsministerium im Jahr 2007.

In der Bundesregierung hielt sich Marek auch beim Wechsel von Wilhelm Molterer zu Josef Pröll. Der neue Parteichef und Vizekanzler behielt sie als Staatssekretärin, nur ihre Zuständigkeit änderte sich: Nachdem sie unter Molterer bereits zwei Jahre im Wirtschaftsressort absolviert hatte, bekam sie unter Pröll die ins Wirtschaftsministerium verlagerten Familienagenden übertragen. Als Familienstaatssekretärin brachte sie das einkommensabhängige Kindergeld auf Schiene und sorgte für die Umsetzung des verpflichtenden Gratis-Kindergartenjahres für alle Fünfjährigen.

Das Angebot, Wiener ÖVP-Chefin zu werden, wurde im Herbst des Vorjahres an sie herangetragen - nachdem in der ÖVP ein Zwist rund um die Obmann-Findung auszubrechen drohte. Notwendig war die Neubesetzung geworden, weil Parteichef Johannes "Gio" Hahn als EU-Kommissar nach Brüssel wechselte. Offiziell wurde Marek im vergangenen März zur Hahn-Nachfolgerin gekürt.

Vor und neben der politischen Karriere sammelte Marek ab 1988 berufliche Erfahrungen als kaufmännische Angestellte etwa der Voest Alpine oder der Österreichischen Lotterien. 1991 erfolgte die Übersiedelung von Linz nach Wien. 1996 wechselte sie in das Kommunikationsunternehmen Frequentis, als dessen Betriebsratsvorsitzende sie seit 1998 fungierte.

Auch in der Arbeiterkammer war Marek engagiert. In der Wiener AK stieg sie 2000 zur Kammerrätin auf. Von 2002 bis 2005 gehörte sie dort auch dem Vorstand an. Marek ist auch Frauenchefin des ÖAAB.

Von Parteifreunden und -gegnern wird Marek unisono als umgänglich und warmherzig beschrieben. Ihr Hobby ist die Musik, teils in eigener Ausprägung: So ist die Parteichefin leidenschaftliche Karaokesängerin. Aber auch der Chor des Parlaments und des Bundesrates ("Hohe.Haus.Musik") ist auf ihre Initiative 2004 hin gegründet worden.


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