Tschechien gedachte der "Samtenen Revolution"
In Prag kamen die Menschen traditionell zu einer Gedenktafel. Dort schlug die Polizei am 17. November 1989 eine Studentendemonstration brutal nieder. Dutzende der Teilnehmer wurden damals verletzt.

Foto © ReutersTausende Menschen, tausende Kerzen
Mit Kranzniederlegungen und dem Anzünden von Kerzen an Gedenkstätten haben tschechische Politiker und Freiheitskämpfer am heutigen Dienstag den 20. Jahrestag der "Samtenen Revolution" begangen, die den Fall des kommunistischen Regimes in der ehemaligen Tschechoslowakei einleitete.
Am Vormittag kamen auch Staatspräsident Vaclav Klaus und Regierungschef Jan Fischer zu der Tafel. Die Anwesenheit von Klaus rief dabei in der versammelten Menschenmenge unterschiedliche Emotionen hervor: ein Teil der Anwesenden begrüßte den Präsidenten mit Pfiffen, während ein anderer Teil "Es lebe Klaus!" rief. Die Gegner von Klaus trugen EU-Flaggen. Sie wollten offenbar ihren Unwillen über die Haltung des europakritischen Präsidenten zum Ausdruck bringen, der gezögert hatte, die Ratifizierung des Reformvertrages von Lissabon mit seiner Unterschrift abzuschließen.
Klaus sagte zu den Pfiffen, er mache sich keine Gedanken darüber, weil die "überwiegende Mehrheit der Anwesenden auf meiner Seite war". Es gehöre zur Demokratie, dass man auf die Politiker schimpfe, so der Präsident.
Marsch durch Prag
Für den Nachmittag war auch ein Marsch durch Prag geplant, der an den Studenten-Marsch vom 17. November 1989 erinnern sollte. Die Kundgebung sollte auf der Narodni-Straße mit einem Open-Air-Konzert enden. Tausende Teilnehmer, einschließlich der Symbolfigur der "Samtenen Revolution", Ex-Präsident Vaclav Havel, wurden dazu erwartet.
Am 17. November jährt sich auch die Schließung der Hochschulen im damaligen Protektorat Böhmen und Mähren durch die Nationalsozialisten im Jahr 1939. Seit 2000 ist der 17. November als Tag des Kampfes für die Freiheit und Demokratie im tschechischen Kalender eingetragen.













