Mittel- und Osteuropäer gedachten der Wende 1989

Foto © ReutersDer ehemalige polnische Präsident Lech Walesa bei der Gedenkfeier
Bei der Gedenkveranstaltung am Donnerstag in der südpolnischen Stadt Krakau würdigten Regierungschefs und andere hochrangige Vertreter aus elf Ländern die Vorreiterrolle Polens bei den friedlichen Revolutionen 1989.
Der Gastgeber des Treffens, Polens Regierungschef Tusk, bezeichnete den Erfolg der polnischen Freiheitsbewegung Solidarnosc als einen Sieg der "Freiheit und Solidarität über Egoismus, Konflikt und Aggression." Friedensnobelpreisträger Solidarnosc-Gründer Lech Walesa warnte vor einem Erstarken von "Staatsnationalismen" in Europa. Der frühere tschechische Dissident Vaclav Havel erklärte, die Länder, die sich vom Kommunismus befreit hätten, seien nun verpflichtet, den Völkern zu helfen, die um die Freiheit kämpften.
Zu den Teilnehmern gehörte auch die deutsche Bundeskanzlerin Merkel. Das Tor zu Demokratie und Freiheit sei von vielen mutig aufgestoßen worden, erklärte die Kanzlerin. "Polen hat dabei eine herausragende Rolle gespielt", betonte Merkel, die als ehemalige DDR-Bürgerin eingeladen war. Auch Merkel rief die Europäer zu mehr Engagement für Bürgerrechtler in der Welt auf. Europa sei "zum Glück" inzwischen vereint.
Am 4. Juni 1989 waren in Polen die Parlamentswahlen abgehalten worden, an denen die demokratische Opposition erstmals seit Kriegsende ungehindert teilnehmen konnte. Ihr Sieg über die herrschenden Kommunisten führte im September zur Bildung einer Regierung mit dem katholischen Publizisten Tadeusz Mazowiecki als Ministerpräsident.












