Finanzöcher stopfen: Für Autofahrer wird es teuer
Mineralölsteuer wird um 3 Cent bei Diesel und 1 Cent bei Benzin erhöht. Lkw-Maut soll um 4 Cent steigen. Diese Maßnahmen sollen den Bahn- und Straßenbau in Österreich retten.

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Die neue Regierung hat zum Stopfen der Finanzlöcher im Infrastrukturbereich höhere Abgaben im Straßenverkehr fixiert. Die Mineralölsteuer (MöSt) soll um ein Cent für Benzin und Super und um drei Cent für Diesel angehoben werden. Auch die Lkw-Maut soll angehoben werden, im Durchschnitt laut Verhandler-Kreisen von 22 auf 26 Cent je Kilomter. Beides soll im Koalitionspapier verankert worden sein. Im Gegenzug sollen heimische Lkw durch eine Halbierung der Kfz-Steuer für Schwerfahrzeuge entlastet werden, wie der SPÖ-Chef und künftige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer am Montag erklärte.
Diesel
Fahrer von Diesel-Pkw haben 2006 im Durchschnitt um 270 Euro mehr für Treibstoff ausgeben als vor drei Jahren - ein Plus von 39 Prozent.
Für Straßenausbau. Insgesamt sollen laut Gusenbauer, dessen Partei auch den künftigen Verkehrsminister stellen wird, in der kommenden Legislaturperiode bis 2010 neuerlich mehr als 10 Mrd. Euro in den Schienen- und Straßenausbau fließen. Die "wesentlichen Projekte" in der Infrastruktur könnten damit abgeschlossen und die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich damit gestärkt werden, erklärte er in seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel.
Benzin
Für Superbenzin wurde um 260 Euro mehr bezahlt, was einem Anstieg von 25 Prozent entspricht, so eine Berechnung des Autofahrerclubs ARBÖ.
Finanzloch. In der vergangenen Legislaturperiode von 2002 bis 2006 sind laut Verkehrsministerium 5,15 Mrd. Euro in die Straße und 5,9 Mrd. Euro in den Schienenbau geflossen. Sowohl bei der Autobahngesellschaft Asfinag als auch bei den ÖBB hat sich daraus ein Finanzloch entwickelt. Um ihre Bauvorhaben fortzusetzen, benötigen beide Gesellschaften einen neuen Zuschuss von jeweils rund 300 Mio. Euro vom Bund.
Zweckgebunden. Die Anhebung der Lkw-Maut wird der Asfinag direkt rund 100 Mio. Euro bringen. Die höheren Einnahmen aus der Mineralölsteuer (MöSt) werden von Experten auf rund 300 Mio. Euro geschätzt. Seit Aufhebung der Zweckbindung der MöSt für den Infrastrukturausbau 1987 fließen diese Einnahmen derzeit ins Bundesbudget. Gusenbauer versicherte am Montag aber, dass die Zusatzeinnahmen aus der MöSt-Angebung nicht dem allgemeinen Budget zu gute kämen, sondern für den Infrastrukturausbau herangezogen werden.
Für Ökologie. Die konkreten Modelle dafür würden noch entwickelt. Die MöSt-Anhebung sei jedoch "der ökologisch sinnvollste Beitrag, um die Infrastruktur auszubauen", und "bedeutend gerechter und fairer" als eine Anhebung der Vignetten-Gebühren oder ähnliches, sagte Gusenbauer in Anspielung auf die jüngsten Debatten um eine neue Pkw-Maut.
Gegen Tanktourismus? Auch in ÖVP-Kreisen wird die Lösung als ökologisch sinnvoll begrüßt. Autos mit hohem Verbrauch würden stärker zur Kasse gebeten, und der Tanktourismus, der die österreichische Ökobilanz belastet reduziert. Die Anhebung der Lkw-Maut werde für die heimischen Frächter durch die Senkung der Kfz-Steuer abgefedert, die Belastung für sie bleibe unterm Strich in etwa gleich. Getroffen würden damit vor allem Transit-Lkw. Ob die EU-Kommission der Anhebung um 4 Cent zustimmen werde, sei allerdings noch offen, hieß es aus der ÖVP.






