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    Zuletzt aktualisiert: 04.09.2012 um 07:28 UhrKommentare

    Wahlparteitag der US-Demokraten: Auftakt mit Nazi-Vergleich

    Am Donnerstag muss US-Präsident Obama bei seiner Rede 74.000 Sitze füllen. Verteidigung statt "hope" und "change" sind angesagt. Im Vorfeld sorgte der Chef der Demokraten in Kalifornien mit einem Nazi-Vergleich für einen Eklat.

    Foto © APA

    Nach dem Nominierungsparteitag der US-Republikaner in der vergangenen Woche kommen ab dem heutigen Dienstag die Demokraten von Präsident Barack Obama in Charlotte im Staat North Carolina zusammen. Seine Rede am Donnerstag ist der Höhepunkt der Veranstaltung, mit der sich der Amtsinhaber in Umfragen wieder vor seinen Herausforderer Mitt Romney schieben will. Einer Reuters/Ipsos-Befragung zufolge liegen beide Politiker in der Gunst der Wähler gleichauf bei 45 Prozent. Obamas eigentliche Ernennung zum Kandidaten der Demokraten am Mittwoch ist Formsache.

    Attacken abwehren statt "Hoffnung und Wandel"

    Im Gegensatz zu dem Parteitag vor vier Jahren wird man in Charlotte vergeblich nach den einprägsamen Wahlsprüchen wie "hope and change" - "Hoffnung und Wandel" - suchen. Auch demokratischen Beratern ist klar, dass von der unbändigen Begeisterung damals nicht viel übriggeblieben ist.

    Obama muss vielmehr Attacken der Republikaner abwehren, die die Bürger immer wieder fragen, ob die Lage des Landes besser sei als vor vier Jahren. Er kämpft zudem gegen die Statistik: Seit dem Zweiten Weltkrieg ist kein US-Präsident bei einer Arbeitslosigkeit von mehr als acht Prozent wiedergewählt worden, im Moment steht sie bei 8,3 Prozent. Am Freitag erscheinen die neusten Jobdaten, an denen sich Obama erneut messen lassen muss.

    Obama muss die unabhängigen Wähler auf seine Seite ziehen, die der Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge bisher mit 33 zu 28 Prozent auf Romneys Seite sind. Schließlich steht er vor der Herausforderung, die 74.000 Sitze im Stadion der Football-Mannschaft Carolina Panthers zu füllen, wo er seine Rede halten will. Die Demokraten erwarten nach eigenen Angaben mindestens 35.000 Besucher und Hunderte Journalisten aus aller Welt. Mehr als 80 Redner sollen auf der Bühne der Sportarena im Herzen der Südstaaten-Stadt für Obama werben.

    Berater des Präsidenten haben angekündigt, dass er den Wählern sehr viel konkretere Vorschläge unterbreiten wird als die Republikaner es taten. Dass Romney keine Blaupause für seine Wirtschaftspolitik vorlegte, wird unter Demokraten als Fehler gesehen. Obama dürfte betonen, dass er das Wirtschaftswachstum "von unten" anregen will mit Hilfen für die Mittelschicht. Der Krieg in Afghanistan, den Obama beenden will, und die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im Vorjahr dürften ebenfalls eine prominente Rolle spielen.

    Weibliche Unterstützung

    Zudem sollen zahlreiche weibliche Redner den Vorsprung vor den Republikanern bei amerikanischen Frauen ausbauen. Erwartet werden unter anderem die Schauspielerin Eva Longoria von "Desperate Housewives", die ehemaligen Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und First Lady Michelle Obama. Am Mittwoch soll Ex-Präsident Bill Clinton (1993-2001) auftreten - auch auf das Risiko hin, dass seine Ansprache Obamas Rede in den Schatten stellen könnte. Auch eine Videozuschaltung des Ex-Präsidenten Jimmy Carter (1977-81) ist geplant.

    Nach der dreitägigen Convention mit rund 6.000 Delegierten sind die nächsten wichtigen Termine im US-Wahlkampf drei Debatten zwischen Obama und Romney im Oktober. Die Wahl selbst findet am 6. November statt.

    Nazi-Sager

    Für Empörung am Rande des Parteitags sorgte Chef der Demokraten in Kalifornien mit einem Nazi-Vergleich: John Burton verglich die Republikaner einem Bericht des "San Francisco Chronicle" zufolge mit Adolf Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels. "Sie lügen und ihnen ist es egal, wenn die Leute glauben, dass sie lügen... Joseph Goebbels, es ist die große Lüge", sagte der Politiker bei einem Frühstück der kalifornischen Delegation. Der Verband jüdischer Republikaner verurteilte die Bemerkung, später bot Burton eine Entschuldigung an. Er habe die Republikaner nicht mit "Nazis" verglichen. Dieses Wort sei nicht gefallen. Ein Sprecher von Obama, die Äußerung des Demokraten aus Kalifornien stehe "nicht für die Haltung" des Wahlkampfteams.


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