Eine Tour der Fettnäpfchen
Auch zum Abschluss seines Israel-Besuchs sorgt Mitt Romney für einen Eklat. Doch für ihn zählen nur Bilder und die bekommt er auch wieder in Polen.

Foto © APDie Begegnung mit Lech Walesa wird von Kommentatoren als einer der wichtigsten Programmpunkte der ersten Auslandsreise von Mitt Romney als Präsidentschaftskandidat betrachtet
Nachdem Mitt Romney die Briten in Aufruhr gebracht hat, erlaubte er sich auf der zweiten Station seiner ersten Auslandsreise als republikanischer Präsidentschaftskandidat erneut einen Eklat. Bei einer Spendengala in Jerusalem verglich er das Pro-Kopf-BIP der Israelis mit jenem der Palästinenser und machte für die Unterschiede "wirtschaftliche Vitalität" verantwortlich. Vertreter der Palästinenser zeigten sich über den "rassistischen Kommentar" empört. Zuvor bezeichnete Romney Jerusalem als "Israels Hauptstadt".
Darüberhinaus hat er Israels Recht auf Selbstverteidigung gegenüber einer Atommacht Iran betont. "Israel muss sich selbst verteidigen und es ist richtig für uns, euch zur Seite zu stehen", sagte Romney vor jubelnden Zuhörern in Jerusalem. Aus Romneys Umfeld hieß es, der Republikaner würde einen präventiven Militärschlag Israels gegen den Iran "respektieren".
Es sind ähnliche Bilder, wie US-Präsident Barack Obama sie vor seiner Wahl 2008 erzeugen wollte - an die Wähler in der Heimat gerichtet. Die Menschen, die ihm im Sommer 2008 in Berlin zuhörten, waren nur Kulisse. Ähnlich sehen es die Kommentatoren mit Romneys Auftritt. Er ist vor allem für die jüdischen Wähler in den USA bestimmt.
Auch Romneys dritte und letzte Station in Polen zielt auf diese Bilder - vor allem die mit Lech Walesa. Nach seinem Gespräch mit Premier Donald Tusk traf Romney am Abend den legendären "Solidarnosc"-Mitbegründer, Friedensnobelpreisträger und Ex-Präsidenten. Die Begegnung wird von Kommentatoren als einer der wichtigsten Programmpunkte der gesamten Reise betrachtet. "Walesa wird in Amerika als großer Held gesehen. Ein Foto Romneys mit Walesa wird von den Amerikanern absolut positiv aufgenommen werden", sagte Bartosz Weglarczyk, langjähriger Washington-Korrespondent der Zeitung "Gazeta Wyborcza".
Beobachtern zufolge ist der Besuch des Republikaners, der auf Einladung Walesa nach Polen reiste, für die Diplomatie nicht unkompliziert. Laut Marek Siwiec vom oppositionellen "Bündnis der Demokratischen Linken" wird das Treffen mit Tusk deshalb inoffiziellen Charakter haben und nicht in Warschau, sondern in Danzig stattfinden. Tusk betonte vor Journalisten, dass er vor allem die Ansichten des Obama-Herausforderers über Europa und Polen kennenlernen wolle.











