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Zuletzt aktualisiert: 08.01.2012 um 12:00 UhrKommentare

Romney behauptet sich in TV-Duell

In einem Fernsehduell am Samstagabend (Ortszeit) verzichteten Mitt Romneys Rivalen im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zur Überraschung vieler Beobachter weitgehend auf scharfe Attacken gegen den derzeitigen Spitzenreiter.

Die Runde der Kandidaten bei der Debatte

Foto © ReutersDie Runde der Kandidaten bei der Debatte

Drei Tage vor der wichtigen Vorwahl im US-Staat New Hampshire hat sich der Republikaner Mitt Romney als Hauptfavorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur behauptet. In einem erneuten Fernsehduell am Samstagabend (Ortszeit) verzichteten Romneys Rivalen zur Überraschung vieler Beobachter weitgehend auf scharfe Attacken gegen den derzeitigen Spitzenreiter. Der frühere Gouverneur von Massachusetts hatte dadurch freie Bahn, hauptsächlich Präsident Barack Obama ins Visier zu nehmen - seinen potenziellen Kontrahenten bei der Präsidentschaftswahl im November.

Vorwurf der Schwäche bei Iran-Kurs

So warf Romney Obama in der Debatte in Manchester (New Hampshire) unter anderem vor, er wolle die USA "in einen Wohlfahrtsstaat in europäischem Stil verwandeln". Der Präsident habe zudem die Rezession in den USA mit seiner Politik noch verschlimmert und die Erholung erschwert. Romney, erfolgreicher Geschäftsmann und einstiger Organisator der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City, sprach dem Präsidenten außerdem jegliche außenpolitische Führungskraft ab und warf ihm insbesondere auch Schwäche im Kurs gegen den Iran vor.

Romney hatte am vergangenen Dienstag die parteiinterne Kandidatenkür in Iowa mit einem Vorsprung von nur acht Stimmen vor dem ehemaligen Senator Rick Santorum gewonnen. Umfragen deuten auf einen klaren Sieg bei den nächsten beiden anstehenden Vorwahlen am kommenden Dienstag in New Hampshire und am 21. Jänner in South Carolina hin. Gewinnt Romney auch die dann folgende Abstimmung in Florida, könnte er am 31. Jänner die republikanische Spitzenkandidatur praktisch schon in der Tasche haben - vor allem dann, wenn er jeweils solide Vorsprünge vor seinen Rivalen, insbesondere vor Santorum, vorweisen kann.

Rivalen kritisierten Romney als "Geschäftsmann"

Die fünf Rivalen des favorisierten Bewerbers Mitt Romney versuchten vor allem, seine Vergangenheit als Geschäftsmann zu dessen Nachteil auszulegen. "Der Oberbefehlshaber dieses Landes ist kein Geschäftsführer", sagte Ex-Senator Rick Santorum, der bei der ersten Vorwahl in Iowa überraschend stark abgeschnitten hatte und nur acht Stimmen weniger als Romney erhielt.

Der frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, warf Romney vor, mit seiner Firma Bain Capital ein "Wall-Street-Modell" zu verkörpern, bei dem Unternehmen mit Hilfe von Fremdkapital übernommen würden: es sei fraglich, ob die Mitarbeiter dieser Unternehmen hinterher besser oder schlechter dagestanden hätten. Dem Millionär und früheren Gouverneur von Massachussetts, Romney, wird vorgeworfen, in seiner Zeit als Geschäftsmann für die Zerschlagung von Firmen und Entlassung tausender Arbeiter verantwortlich zu sein.

Romney blieb bei der im Fernsehen übertragenen Debatte drei Tage vor der Vorwahl in New Hampshire gelassen. Immer wieder lächelte er, die Hände in den Hosentaschen, und war durch die Angriffe seine Konkurrenten nicht aus der Ruhe zu bringen. Er konzentrierte sich vielmehr darauf, den Mann zu kritisieren, den er im Weißen Haus beerben will: den amtierenden Präsidenten Barack Obama.

Republikanischer Parteitag in Florida

Auf die 90-minütige Debatte auf dem Campus der Universität Saint Anselm in Goffstown bei Manchester, die der Sender ABC übertrug, sollte am Sonntag eine weitere Gesprächsrunde folgen. Nach der jüngsten Tages-Umfrage der Suffolk University liegt der als gemäßigt geltende Romney mit 39 Prozent in der Gunst der republikanischen Wähler nach wie vor weit vorne; vor drei Tagen waren es allerdings noch 43 Prozent Zustimmung. Der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul kann demnach auf 17 Prozent der Stimmen hoffen, Gingrich auf zehn Prozent. Santorum käme auf neun Prozent.

Als letzter der 50 Bundesstaaten hält Utah Ende Juni seine Vorwahlen ab. Auf dem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, wählen die Delegierten aus den Bundesstaaten Ende August dann offiziell den Herausforderer von Obama. Dieser muss angesichts der schwierigen Wirtschaftslage um seine Wiederwahl bangen.

Quelle: APA

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