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    Zuletzt aktualisiert: 07.01.2013 um 14:49 UhrKommentare

    Islamisten geht das Geld aus

    Politisch kommen die ägyptischen Muslimbrüder gut voran. Doch ein Rezept für die Lösung der wirtschaftlichen Probleme fehlt ihnen noch. Angesichts steigender Preise wächst der Unmut in der Bevölkerung - und das Geld wird knapp.

    Anhänger von PRäsident Mursi und der Muslimbruderschaft

    Foto © APAnhänger von PRäsident Mursi und der Muslimbruderschaft

    Mit taktischem Gespür und brachialer Machtpolitik haben Ägyptens Islamisten ihre politischen Rivalen ausgebootet. Doch die massiven wirtschaftlichen Probleme haben die regierenden Muslimbrüder dadurch nicht gelöst. Im Gegenteil: Je mehr die Islamisten die staatlichen Institutionen unter ihre Kontrolle bringen, desto mehr schwindet das Vertrauen der Geldgeber und Investoren.

    In ihrer Not suchen Präsident Mohammed Mursi und seine Muslimbrüder Hilfe beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei den reichen Golfarabern. Am Sonntag warb Außenminister Mohammed Kamel Amr in Saudi-Arabien um Investoren. Doch die Saudis sind den Muslimbrüdern derzeit aus verschiedenen Gründen nicht wohlgesonnen. Ihnen missfallen die neuen Kontakte zwischen Ägypten und dem Iran ebenso wie die enge Kooperation mit dem Emirat Katar. Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani, hatte die Ägypter zuletzt mit einem Zwei-Milliarden-Dollar-Kredit (1,54 Mrd. Euro) unterstützt, dessen letzte Tranche im Dezember ausgezahlt wurde.

    Die Ratingagenturen haben Ägypten bereits herabgestuft. Die Devisenreserven des Landes sind seit der "Revolution des 25. Januar", die im Februar 2011 mit dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak endete, um mehr als 20 Milliarden auf rund 15 Milliarden US-Dollar gesunken.

    Abwarten

    Auswärtige Investoren bleiben derweil vorsichtig. Während die ausländischen Direktinvestitionen in den Jahren 2009 und 2010 noch bei insgesamt 6,8 Milliarden US-Dollar lagen, waren es in 2011 und 2012 zusammen nur noch 1,8 Milliarden US-Dollar.

    Das ägyptische Pfund hat in den vergangenen zwei Jahren zudem gegenüber dem US-Dollar stark an Wert verloren. Musste man für einen Dollar Anfang 2011 noch 5,82 ägyptische Pfund auf den Tisch legen, so stieg der Kurs zu Beginn dieser Woche auf 6,45 Pfund. Dadurch werden auch die Importe von Grundnahrungsmitteln wie Weizen und Zucker teurer, was die Inflationsrate in die Höhe treibt.

    Auch im Tourismussektor, der zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes zählt, läuft es wegen der seit Monaten andauernden Konfrontation zwischen den regierenden Islamisten und ihren liberalen Gegnern nicht gut. Zwar war die Zahl der Touristen im ersten Halbjahr 2012 wieder gestiegen, nachdem es 2011 ein Minus von über 33 Prozent gegeben hatte. Doch die Demonstrationen und Straßenschlachten im November und Dezember beendeten diesen positiven Trend wieder.

    Außerdem wirken die Debatten über die Einführung des islamischen Rechts ("Scharia") auf viele westliche Touristen abschreckend - auch ohne ein offizielles Bikini-Verbot. Der Vorsitzende der Kammer der Reiseunternehmen, Hossam al-Shair, sprach im Dezember von einer katastrophalen Wintersaison.

    IWF soll helfen

    Die Hoffnung der Regierung ruht jetzt auf dem IWF, dessen Direktor für Nahost und Asien, Mazud Ahmed, diese Woche zu Gesprächen über einen 4,8-Milliarden-Kredit in Kairo weilt. Zu Ahmeds Gesprächspartnern zählt auch Finanzminister Al-Mursi Hegasi, ein Wirtschaftsprofessor aus Alexandria. Der Experte für islamische Finanzgeschäfte hat gerade erst seinen Amtseid vor Präsident Mursi abgelegt.

    Allerdings ist Geld vom IWF immer auch mit Auflagen verbunden, und die lassen sich in Ägypten nur schwer durchsetzen. Eine geplante Steuererhöhung hatte Mursi im Dezember verschoben, um die Wähler vor dem Verfassungsreferendum nicht zu verärgern.

    Washington unterstützt die Kreditvergabe an Ägypten, obwohl diese auch innenpolitisch nicht ganz unumstritten ist. Denn um die Meinungsfreiheit ist es auch in der Post-Mubarak-Ära nicht gut bestellt. Mehrere ägyptische Oppositionelle, Journalisten und Kabarettisten haben Klagen wegen kritischer Kommentare und Witze über Präsident Mursi am Hals.

    Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, wurde bei einem Pressegespräch über den IWF-Kredit in Washington kürzlich gefragt, ob die Regierung nicht darüber besorgt sei, dass sie mit ihrer Unterstützung für Präsident Mursi vielleicht einen neuen Mubarak geschaffen habe.

    Anne-Beatrice Clasmann/dpa

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