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    Zuletzt aktualisiert: 20.12.2012 um 19:57 UhrKommentare

    Heer plant Abzug vom Golan

    Die Lage am Golan und im Südlibanon, wo auch österreichische Soldaten stationiert sind, wird zunehmend gefährlicher. Der Bürgerkrieg in Syrien bereitet der UN zunehmend Sorgen. Ein Lokalaugenschein.

    Verteidigungsminister Norbert Darabos besuchte am Mittwoch österreichische Soldaten im Libanon

    Foto © APAVerteidigungsminister Norbert Darabos besuchte am Mittwoch österreichische Soldaten im Libanon

    Idyllischer könnte die Lage kaum sein. Zwischen Bananenplantagen und Orangenhain erstreckt sich das weitläufige, in Terrassen abgestufte Camp. Die Schlafunterkünfte, spartanisch eingerichtete Container, liegen am Mittelmeer. Der Zugang zum Strand ist aber durch hohe Stacheldrahtrollen versperrt. Hobby-Surfern unter den UN-Soldaten bleibt nur der wehmütige Blick auf die aufgepeitschte See. "Die Zeit der Sunshine-Missionen in Nahost gehört der Vergangenheit an", verkündet Verteidigungsminister Norbert Darabos sorgenvoll bei der Weihnachtsfeier des österreichischen Kontingents. 157 Blauhelme haben sich in der Edelweiss-Bar im verregneten Naqoura um einen Christbaum versammelt.

    Im Ernstfall ausfliegen

    Der Ostzipfel der Unifil-Überwachungszone grenzt zwar an Syrien, der Bürgerkrieg ist aber noch nicht auf den Südlibanon, in dem 12.000 UN-Soldaten den Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon kontrollieren, übergeschwappt. Ungleich dramatischer ist die Lage am Golan, rund 70 Kilometer östlich von Naqoura. Wie am Rande des Truppenbesuchs zu erfahren war, hat das Bundesheer bereits Evakuierungspläne für die 378 in Syrien stationierten Österreicher fertiggestellt. Im Ernstfall sollen die Blauhelme in einer Hauruck-Aktion über Israel ausgeflogen werden. Fast täglich toben in Sichtweite des Golans heftige Kämpfe zwischen Assads Armee und syrischen Rebellen. Immer wieder werden verletzte Syrer zum Eingangstor der UN-Kaserne gebracht, wo sie von Ärzten und Sanitätern unter freiem Himmel behandelt werden. Ins Camp dürfen sie laut UNO nicht.

    "Dann beginnt das große Abschlachten"

    Beobachter rechnen in Syrien mit dem Schlimmsten. "Wenn Assad fällt, dürften erst so richtig die religiösen und ethnischen Konflikte in Syrien aufbrechen. Dann beginnt das große Abschlachten", so ein Geheimdienstoffizier. Der Norden des Libanon wird derzeit von einer Flüchtlingswelle heimgesucht. Zwischen 150.000 und 200.000 Syrer haben sich im Zedernstaat in Sicherheit gebracht.

    Ob der Libanon, der jahrelang unter syrischem Protektorat stand, auch in den Krieg hineingezerrt wird, weiß niemand. "Am Balkan kündigen sich Konflikte langsam an, der Nahe Osten ist hingegen ein Pulverfass. "Ein Funke genügt, und über Nacht ist alles anders", berichtet ein erfahrener Militär. Die Unifil-Zone liegt inmitten der Hochburg der Hisbollah, der bei einem Fall Assads ein wichtiger Verbündeter abhandenkommen würde.

    Weihnachten ohne Familie

    Die Österreicher im UN-Camp plagen derweil andere Sorgen: der Schmerz, dass sie Weihnachten nicht bei ihrer Familie verbringen. Nicht wenige haben sich zur Ablenkung für einen Einsatz am Heiligen Abend gemeldet. Christian Halbmayr, der in Kärnten für einen Telefonbetreiber arbeitet und als Milizsoldat im Libanon weilt, wird am 24. Dezember mit einem "Jammer" einen Konvoi begleiten. "Ich will unbedingt unterwegs sein, um nicht dauernd an meine Frau und meine dreieinhalbjährige Tochter zu denken, die zu Hause Weihnachten feiern."

    Beim Jammer handelt es sich, wie Kompagniechef Hans-Peter Hohlweg im Scherz meint, um ein Gerät, von dem "jeder Schuldirektor träumt" - ein Störsender, der alle Mobilfunknetze lahmlegt. Damit sollen heimtückische Anschläge auf Konvois wie in Afghanistan oder dem Irak vereitelt werden, wo Sprengsätze mit Handys ferngezündet werden.

    Das rot-weiß-rote Kontingent ist für die Logistik der 35 Nationen umfassenden Truppe zuständig, die Österreicher stellen Fahrer, Feuerwehr, Abschleppdienst, Mechaniker und Tankwarte. Die Feuerwehr ist fest in steirischer Hand. Christian Erkinger aus Raaba ist darüber glücklich, dass "wir viel herumkommen und kaum ein Lagerkoller aufkommt". Was ihm am wenigsten gefällt, ist die Küche. Diese ist nämlich fest in indischer Hand und nicht sonderlich abwechslungsreich.

    MICHAEL JUNGWIRTH, BEIRUT

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