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    Zuletzt aktualisiert: 17.11.2012 um 20:56 UhrKommentare

    Israel fängt Hunderte Hamas-Raketen ab

    Raketenkrieg zwischen Israel und der Hamas geht weiter. Entscheidung über eine Bodenoffensive der Israelis soll in den nächsten Tagen fallen. Israel bombadierte bereits über 180 Ziele, mindestens 41 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Von Charles A. Landsmann.

    Zerstörung im Gazastreifen

    Foto © ReutersZerstörung im Gazastreifen

    Das schreckliche Raketenduell zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas im Gaza-Streifen ist ein ungleiches. Während die Israelis in der Nacht auf gestern mit Kampfflugzeugen, unbemannten Drohnen und Helikoptern etwa 200 Ziele in Gaza angriffen und dabei etwa 120 Raketenabschussrampen und 20 Waffenschmuggeltunnels sowie die Machtzentren des Hamas-Regimes zerstörten, richteten Hunderte in Richtung Israel abgefeuerte Hamas-Raketen vergleichsweise wenig Zerstörung an.

    Hamas schwört Rache

    "Israel wird einen hohen Preis für seine Verbrechen zu zahlen haben. Wir schwören Rache für Tod und Schrecken, die die Besatzer über unsere Menschen bringen", hieß es in einer am Samstag verbreiteten schriftlichen Mitteilung des Hamas-Sprechers Sami Abu Zuhri .

    Denn das neue mobile Raketenabwehrsystem "Kipat Barsel" (Eiserne Kuppel) erweist sich als sehr erfolgreich. Die vier bisher eingesetzten Systeme - das fünfte wurde gestern im Großraum Tel Aviv stationiert und hat am Nachmittag gleich eine aus dem Iran stammende Fadschr-Rakete abgefangen - schossen bis gestern mehr als 300 Raketen ab. Und das mit einer Erfolgsquote von mehr als 85 Prozent. Gestern früh zum Beispiel gelangte keine der fünf auf die israelische Stadt Ashkelon abgefeuerten Raketen an ihr Ziel. Drei wurden in der Luft zerstört und zwei weitere von "Kipat Barsel" als ungefährlich diagnostiziert. Sie fielen in Felder außerhalb der Stadt.

    Vorbereitungen für Offensive

    Anders die Wirkung der israelischen Geschosse. So wurde mit fünf Raketen das Hauptquartier von Gaza-Regierungschef Ismail Haniyeh dem Erdboden gleichgemacht. Am Freitag hatte er dort noch mit Ägyptens Premier Hescham Kandil über die Unterstützung Kairos im Kampf gegen Israel verhandelt, doch heute muss er an einen geheim gehaltenen Ort zum Gespräch mit dem tunesischen Außenminister Rafik Abdesslem ausweichen.

    Die israelische Regierung hat mittlerweile eine Bodenoffensive in Gaza beschlossen, doch liegen die Pläne für eine solche ohnedies längst schon bereit und die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Der ministerielle Neuner-Rat beschloss in der Nacht auf gestern nach dem ersten Raketenangriff der Hamas gegen Jerusalem eine bedeutungsvolle Ausweitung der Kriegsstellungsbefehle. Nun können bis zu 75.000 Reservisten einberufen werden. Zuvor hatte das Limit 30.000 betragen. Nicht alle Reservisten werden aber sofort an der Grenze zum Gaza-Streifen stationiert, wo auch erhebliche Panzertruppen zusammengezogen wurden. Erst sollen die Soldaten in einem mehrtägigen Training den Häuserkampf proben.

    Entscheidungen stehen an

    Zwar reden derzeit alle wahlkämpfenden Politiker der regierenden Rechten und die noch weiter rechts stehenden Nationalisten von der Notwendigkeit der Bodenoffensive. Doch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barrak wissen genau, dass ein derartiger Vorstoß vor allem den Verlust der politischen Rückendeckung befreundeter Staaten auslösen würde.

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    Foto © Reuters

    Foto vergrößernStart einer israelischen AbwehrraketeFoto © Reuters

    Israelische Experten wie der Militärpublizist Alex Fishman rechnen damit, dass in der kommenden Woche die Entscheidungen fallen werden - vor allem in Jerusalem und Washington. Aus US-Regierungskreisen verlautete gestern, dass man bemüht sei, einen Waffenstillstand zu bewirken.

    Dabei wird wohl das relativ neue ägyptische Regime unter Druck der USA geraten, sich nicht mehr wie bisher scheinbar unverrückbar hinter die Hamas zu stellen, sondern sich um Vermittlung zu bemühen. Denn andernfalls würde wohl die für die Ägypter lebenswichtige US-Hilfe von vielen Milliarden Dollar pro Jahr gefährdet sein.


    Bedrohung

    Bei den aus dem Gazastreifen in Richtung Tel Aviv und Jerusalem abgefeuerten Raketen soll es sich um Fajr-5 handeln. Die Artillerierakete wurde 2006 im Iran entwickelt. Der Name "Fajr" bedeutet "Morgenröte" und kommt aus dem Persischen (Farsi).

    Die Weiterentwicklung der kleineren Fajr-3 wird von mobilen Plattformen abgeschossen. Nach Informationen des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London kommt die Fajr-5 bei einer Länge von 6,48 Metern und einem Gewicht von 90 Kilogramm auf eine Reichweite von 75 Kilometern.

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    Foto © Reuters

    Bild vergrößernIsraelische Soldaten bereiten einen Bodeneinsatz vorFoto © Reuters

    Der Gazastreifen

    Mit einer Fläche von nur 362 Quadratkilometern und 1,6 Millionen Einwohnern ist der Gazastreifen eines der dichtest besiedelten Gebiete der Welt. Das Palästinensergebiet, das kleiner als Wien ist, erstreckt sich über 45 Kilometer entlang der Mittelmeerküste, hat aber nur eine Breite von sechs bis zehn Kilometer. In nord- und südöstlicher Richtung grenzt es an Israel, im Südwesten an die ägyptische Sinai-Halbinsel.

    Nach dem Waffenstillstand zwischen Israel und Ägypten 1949 wurde der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung gestellt, in den folgenden Jahrzehnten jedoch immer wieder von israelischen Truppen besetzt. 1994 wurde die Region palästinensisches Autonomiegebiet, bis September 2005 zogen sich sämtliche israelischen Siedler zurück.

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