Trotz Waffenruhe blutige Feiertage
Trotz einer vereinbarten Feuerpause geht das Blutvergießen in Syrien weiter. Mehr als 300 Menschen starben nach Angaben der Opposition seit Freitagmorgen. Die Waffenruhe sollte vier Tage halten.

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Trotz einer zum wichtigsten islamischen Feiertag vereinbarten Feuerpause geht das Blutvergießen in Syrien weiter. Mehr als 300 Menschen starben nach Angaben der Opposition seit Freitagmorgen, als die Waffen anlässlich des Opferfestes Eid al-Adha ruhen sollten. Landesweiten massiven Gefechten folgten am Sonntag Luftschläge der Armee im Umland von Damaskus. Die Waffenruhe sollte vier Tage halten.
Die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, dass Kampfflugzeuge Einsätze in den Ortschaften Arbin, Samalka und Harasta geflogen seien. Schwarzer Rauch wurde auch in der Region von Al-Ghuta gesichtet. Kämpfe gab es zudem in Idlib, Deir as-Saur, Daraa, Homs und Aleppo.
In der Wirtschaftsmetropole Aleppo lieferten sich in der Nacht auf Samstag Rebellen und Kurden stundenlange bewaffnete Auseinandersetzungen. Auslöser soll der Versuch von Regime-Gegnern gewesen sein, in den kurdisch-christlichen Stadtteil Aschrafijeh einzudringen. Den Berichten zufolge kamen 19 Rebellen und 11 Kurden ums Leben.
Die Kurden werfen vor allem der radikal-islamischen Al-Nusra-Front vor, den Bürgerkrieg nun auch in die neutralen Bezirke tragen zu wollen. Kurden und Christen gehören zu den Minderheiten in Syrien. Nur wenige Christen stehen aufseiten der Opposition. Unter den Kurden gibt es Anhänger wie Gegner des Regimes.
Die syrischen Streitkräfte hatten am Donnerstag der von Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi vorgeschlagenen Feuerpause zugestimmt, sich aber vorbehalten, auf Verstöße zu reagieren. Die bewaffnete Opposition hatte sich schon vorher einverstanden erklärt, über die Feiertage die Kämpfe einzustellen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich auch die Armee daran hält.
Bereits 30.000 Tote
Beobachter betrachteten die Waffenruhe von Anfang an skeptisch. Erst im April war ein Versuch gescheitert. Der seit März 2011 andauernde Konflikt hat inzwischen mehr als 30.000 Menschen das Leben gekostet.









