Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 19. April 2014 14:01 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Tote bei Protesten der Muslimbrüder in Ägypten Ägyptens Regierung trat laut Berichten zurück Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Unruhen Nächster Artikel Tote bei Protesten der Muslimbrüder in Ägypten Ägyptens Regierung trat laut Berichten zurück
    Zuletzt aktualisiert: 06.08.2012 um 20:42 UhrKommentare

    Es wird einsam um Assad

    Der syrische Präsident verliert den Premier an die Opposition und auch aus dem Militär desertieren ehemalige Getreue. Damaskus hat das Regime dennoch wieder unter Kontrolle gebracht.

    Foto © Reuters

    Im syrischen Bürgerkrieg verliert Präsident Bashar al-Assad seine Getreuen: Nach zahlreichen Militärs und Diplomaten hat sich auch Ministerpräsident Riad Hijab abgesetzt. Der Regierungschef ging über die grüne Grenze ins benachbarte Jordanien, berichtete der Sender Al-Jazeera unter Berufung auf jordanische Sicherheitskreise. Nach Angaben eines Vertreters des oppositionellen Syrischen Nationalrats, habe sich Hijab mit seiner Familie, zwei Ministern und drei Armeeoffizieren abgesetzt. Hijab werde womöglich bereits heute oder in den folgenden Tagen nach Katar weiterreisen.

    Der Premier habe sich der Opposition angeschlossen, bestätigte Hijabs Sprecher Mohammed Atari die Flucht. Sie sei "seit mehr als zwei Monaten geplant" gewesen, die aufständische Freie Syrische Armee (FSA) habe dabei geholfen. Hijab befinde sich nun mit seiner Familie "an einem sicheren Ort", sagte Atari und verlas dann eine Erklärung Hijabs: "Ich entsage mich von diesem terroristischen Regime, das für zahlreiche Morde verantwortlich ist, und erkläre, dass ich mich der Revolution für Freiheit und Würde angeschlossen habe."

    Die Führung in Damaskus bestätigte die Flucht nicht. Staatsmedien verbreiteten jedoch die Nachricht, dass der Regierungschef aus dem Amt entlassen worden sei. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Zum Übergangspremier wurde Vizepremier Omar Galawanji bestimmt.

    Hijab war erst zwei Monate im Amt. Vor seiner Ernennung am 6. Juni hatte der 46-Jährige sein ganzes Leben treu dem Regime von Assad gedient und war zuletzt Landwirtschaftsminister. Er ist seit 1989 Mitglied der Führung der herrschenden Baath-Partei. Als die Proteste im Frühjahr 2011 begannen, war er Gouverneur der Provinz Latakia, aus der die Assad-Familie stammt.

    Hijab ist der hochrangigste Überläufer des Regimes. Bereits im März hatte sich Vize-Ölminister Abdo Hussameddin abgesetzt. Syriens Botschafter im Irak, Nawaf Fares, kehrte im Juli erster von bisher insgesamt acht Diplomaten dem Regime den Rücken. Mit General Madaf Tlass war ein Mitglied des innersten Führungszirkels Jugendfreund Assads ausgeschieden und auch vier Parlamentarier flohen bereits.

    Desertiert ist auch ein weiterer General der syrischen Luftwaffe, wie türkische Medien berichteten. Mit ihm hätten sich fünf ranghohe Offiziere sowie 30 Soldaten und der erste syrische Kosmonaut Mohammed Ahmed Faris in die Türkei abgesetzt. Einem ehemaligen hochrangigen Offizier zufolge sind bisher vor allem Sunniten desertiert: Mehrere hundert sunnitische Offiziere hätten der Führung bisher den Rücken gekehrt, jedoch lediglich drei Alawiten und fünf Angehörige anderer religiöser Minderheiten. Die Sunniten stellen zwar die Mehrheit der Bevölkerung, innerhalb der Armee sind jedoch nur 4000 der 33.000 Offiziere Anhänger des sunnitischen Islams.

    Bombe gegen Staatssender

    Wenige Stunde vor der Meldung über die Entlassung Hjabs explodierte im Gebäude des Staatsfernsehens in Damaskus eine Bombe. Einige Angestellte hätten leichte Verletzungen erlitten, sagte Informationsminister Omran al Subi. Die Hauptstadt ist dennoch wieder weitgehend unter Kontrolle des Militärs. In tagelangen Kämpfen eroberten Assads Truppen das letzte Stadtviertel zurück, das Aufständische beherrscht hatten.


    Mehr Unruhen

    Mehr aus dem Web

      KLEINE.tv

      Prorussische Proteste in der Ostukraine

      Im Osten der Ukraine ist es am Sonntag zu Unruhen gekommen. In drei Städ...Noch nicht bewertet

       

      Die Unruhen im Bild

      Ukraine: Blutige Proteste gehen weiter 

      Ukraine: Blutige Proteste gehen weiter

       




      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang