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Zuletzt aktualisiert: 05.08.2012 um 11:12 UhrKommentare

Der blutige Kampf um Aleppo

Heftige Gefechte zwischen Rebellen und Armee im syrischen Aleppo: Aber die eigentliche Schlacht kommt erst - 20.000 Soldaten sollen rund um die Stadt Stellung bezogen haben.

Foto © Reuters

In der syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo hat es nach Angaben der Opposition auch am Sonntag wieder heftige Gefechte gegeben. Die Armee beschoss demnach das Viertel Salaheddin, das die bewaffneten Rebellen nach eigenen Angaben zur Hälfte kontrollieren. Außerdem gab es Kämpfe in drei weiteren Bezirken im Westen der Stadt. Dabei kamen zwei Rebellen ums Leben.

Am Samstag war Salaheddin den Angaben zufolge das Ziel der schwersten Angriffe der Regierungstruppen seit dem Beginn der Kämpfe am 20. Juli. Landesweit wurden demnach mindestens 205 Menschen getötet - 115 Zivilisten, 52 Soldaten und 38 Rebellen. Zu den Zivilisten zählt die Beobachtungsstelle auch bewaffnete Kämpfer gegen die syrische Regierung, die vorher keine Soldaten waren. Nach Angaben eines Sicherheitsverantwortlichen steht die eigentliche Schlacht um Aleppo noch aus. 20.000 Soldaten hätten Stellung um die Stadt bezogen, und weitere Verstärkung sei unterwegs.

Der von Saudi-Arabien finanzierte Sender Al-Arabiya hat am Sonntag ein Video ausgestrahlt, das angeblich jene Iraner zeigt, die am Samstag in Damaskus von Rebellen entführt wurden. "48 Iraner, die auf Mission in Syrien waren, sind in Damaskus festgenommen worden und die Befragungen haben ergeben, dass sich unter ihnen Mitglieder der Revolutionsgarden befinden", erklärt darin ein Sprecher der Rebellen. Die Revolutionsgarden gelten als Elitetruppe der iranischen Führung.

Zehntausende Iraner besuchen jedes Jahr Syrien, um dort das Grabmal von Zaynab, der Tochter des Imam Ali, zu besuchen. Imam Ali wird als Schwiegersohn des Propheten Mohammed und vierter Kalif verehrt, die Schiiten berufen sich auf ihn. Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA hat die Zahl der iranischen Pilger in Syrien seit Beginn der Kampfhandlungen jedoch stark abgenommen.

Syriens Armee kontrolliert wieder ganz Damaskus

Die syrische Armee kontrolliert nach Angaben eines Generals wieder die gesamte Hauptstadt Damaskus. Der hochrangige Offizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte am Samstag vor Journalisten, die Armee habe das südliche Stadtviertel Tadamun zurückerobert. "Wir haben alle Bezirke von Damaskus gesäubert, von Midan bis Masseh, Kadam, Hajaar al-Aswad und Tadamun", sagte der General, der den Armeeeinsatz in Tadamun leitete. Dieser war nach seinen Angaben "auf Wunsch der Bevölkerung" erfolgt und dauerte von Freitagmorgen bis Samstagmittag.

Die Lage in Damaskus sei nun "hervorragend und stabil", fügte der General hinzu. Es gebe keine "bewaffneten Gruppen" mehr in der Stadt - "bis auf einige wenige Individuen, die von einem Ort zum anderen ziehen, um zu beweisen, dass es sie gibt".

In Damaskus hatte es am Samstag wieder schwere Kämpfe gegeben. Tadamun wurde nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London "so heftig beschossen wie nie zuvor". Auch im östlichen Bezirk Jobar gab es demnach Gefechte. Tadamun liegt in der Nähe des palästinensischen Flüchtlingslagers in Jarmuk, wo laut der Beobachtungsstelle am Donnerstag durch Mörserbeschuss mehr als 20 Zivilisten getötet worden waren.


Aleppo

Aleppo, die zweitgrößte Stadt nach Damaskus, ist liegt im Norden Syriens. Im Jahr 2006 erhielt sie als erster Ort die Bezeichnung "Kulturhauptstadt des Islams". Aleppo bildet einen strategischen Punkt zwischen dem Mittelmeer und dem Euphrat.

Quelle: Wikipedia

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