Brutale Kämpfe in Wohngebieten von Aleppo
Laut Bericht von Amnesty International scheint die Gewalt in Syrien ihren tragischen Höhepunkt zu erreichen. Der Report berichtet von Tötungen von Kindern und Unbeteiligten, regelmäßiger Folter und Hinrichtungen.

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Der Kampf um die syrische Metropole Aleppo tobt weiter. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht in dem Angriff der Regierungstruppen auf die Stadt den Höhepunkt eines monatelangen brutalen Vorgehens gegen Andersdenkende. Das schreibt Amnesty in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, der auf Recherchen der Menschenrechtsorganisation von Ende Mai in Aleppo basiert.
Der Report von Amnesty International dokumentiert nach Darstellung der Organisation, wie Regierungstruppen und die regimetreue Shabbiha-Miliz Protestierende getötet und verletzt haben. Betroffen seien auch Unbeteiligte und Kinder gewesen, schreibt Amnesty. Verletzte seien gejagt worden. Folter sei routinemäßig eingesetzt worden. Auf Proteste habe die Staatssicherheit mit rücksichtslosem und brutalem Einsatz von Gewalt reagiert.
Video von Hinrichtungen
Ein am Dienstag von Aktivisten auf Youtube veröffentlichtes Video zeigt indes, wie Unterstützer von Staatschef Assad in Aleppo von Aufständischen hingerichtet werden. Zu sehen sind bewaffnete Männer, die "Lang lebe die Freie Syrische Armee" rufen, gefangene mutmaßliche Mitglieder des Stammes al-Berri auf einen Platz führen. Einer der Gefangenen hat das Gesicht voller Blut und ist fast nackt.
Die Lage der Zivilbevölkerung in der zweitgrößten Stadt Syriens wird immer katastrophaler. Aufständische und Regimetruppen lieferten sich am Dienstag erbitterte Gefechte. Hunderttausende sind bereits geflohen, viele andere sitzen fest. Die unübersichtlichen Fronten ziehen sich mitten durch Wohngebiete. Nach UNO-Angaben leiden mindestens zwei Millionen Menschen unter der Gewalt im Land.
Die Aufständischen kämpften sich in Aleppo nach eigenen Angaben Richtung Stadtzentrum voran. Das Militär beschoss die Viertel in Rebellenhand mit Artillerie und Hubschraubern. Nach Angaben von Aktivisten droht eine humanitäre Katastrophe.
Der syrische Dissident und Menschenrechtsanwalt Al-Maleh erklärte indes, ein neues Oppositionsbündnis habe ihn mit der Bildung einer syrischen Exil-Regierung mit Sitz in Kairo beauftragt. Er werde "mit allen Kräften der Opposition sprechen", sagte Al-Maleh bei einer Pressekonferenz in der ägyptischen Hauptstadt.









