"Würden nie Chemiewaffen nutzen"
Zuerst drohte Syriens Führung mit dem Einsatz chemischer Waffen gegen "ausländische Aggressoren", nun korrigiert sie ihre Aussagen. Die Waffen würden - "sofern sie existieren" - an einen sicheren Ort verlagert werden.

Foto © APA
Nach heftigen internationalen Reaktionen hat Syriens Führung Aussagen zum möglichen Einsatz von Chemiewaffen korrigiert. Das arabische Land würde "niemals chemische und biologische Waffen nutzen", erklärte der Außenministeriumssprecher Jihad Makdissi nach Angaben des staatlichen syrischen Fernsehens vom Dienstag.
Am Vortag hatte derselbe Sprecher erklärt, Syrien würde Chemiewaffen zwar nicht gegen die Aufständischen im eigenen Land, wohl aber gegen "äußere Aggressoren" einsetzen. Die Aussage war im Ausland als Drohung aufgefasst worden, zumal das Regime von Präsident Assad nicht müde wird, die Rebellion als "vom Ausland gesteuert" zu brandmarken.
Die syrische Militärführung leitete Schritte ein, diese Waffen in Gebiete zu bringen, die von den Aufstandsgebieten weiter entfernt sind. "Es ist nur natürlich, dass diese Waffen, insofern sie existieren, sicher gelagert werden", wurde Makdissi am Dienstag zitiert.
Der oppositionelle "Syrische Nationalrat" (SNC) wäre in der Zwischenzeit nach eigenen Angaben bereit, eine Übergangsregierung unter einem Vertrauten von Präsident Assad zu akzeptieren. Syrien verfüge in der bisherigen Führung und in der Armee über "patriotische Figuren", die das Land vorübergehend führen könnten, sagte Georges Sabra, ein Sprecher des SNC. Der SNC ist der wichtigste Dachverband der zerstrittenen syrischen Opposition.
Sabra bezog sich auf die auch von den USA mehrfach vorgeschlagene "jemenitische Lösung" für einen Machtwechsel in Syrien. Im Jemen hatte Präsident Saleh seinen Posten im Februar nach monatelangen Massenprotesten und Kampfhandlungen seinem Stellvertreter Abed Rabbo Mansour Hadi überlassen. Trotz Forderungen, ins Exil zu gehen, blieb Saleh allerdings im Land.









