Blutiges Finale: Gefechte gehen weiter
Vier Vertraute von Diktator Assad starben in Damaskus durch einen Bombenanschlag. Heute gibt es einen neuen Anlauf für eine Resolution im UN-Sicherheitsrat - China und Russland stellen sich aber immer noch quer.

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Das Ende von Bashar al-Assad ist nahe. Nach 16 Monaten Blutvergießen stehen die Rebellen vor den Toren des Präsidentenpalasts in Damaskus. Sie verbreiteten Mittwochabend auch schon, die Maschine des Präsidenten sei vom Flughafen Messe in Damaskus aus gestartet.
Bestätigung von unabhängiger Seite lag dafür keine vor. Aber der verhasste Diktator kann froh sein, wenn er mit dem Leben davonkommt. Kernfiguren aus seinem innersten Zirkel liegen verletzt im Krankenhaus oder sind tot, so Verteidigungsminister Daoud Rajha und Assads Schwager Assef. Beide wurden gestern bei einem spektakulären Bombenanschlag getötet. Die zwei zählten zu den wichtigsten Militärplanern des Regimes.
Der Sprengsatz explodierte bei einem Spitzentreffen von Ministern und Sicherheitskräften, berichtete ein Sprecher des Staatsfernsehens. Für viele Stunden stand eine hohe Rauchsäule über dem Explosionsort, der Nationalen Sicherheitsbehörde. Zahlreiche weitere Teilnehmer, darunter der Chef der Staatssicherheit, wurden verletzt. Eine weitere Serie von Anschlägen soll der Kommandozentrale der Vierten Division gegolten haben, einer Eliteeinheit des Regimes, die von Assads gefürchtetem Bruder Maher kommandiert wird. Assads Schwager Shawqat erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Einflussreich und gefürchtet
Der Vize-Verteidigungsminister und frühere Militärgeheimdienstchef war seit 1995 mit Bushra, der Schwester des Diktators, verheiratet und eine zentrale Säule des Machtapparats. Er galt als brutaler, wahrer Herrscher Syriens mit großem Einfluss auf den Präsidenten und soll auch den Mord an dem libanesischen Premier Rafik al-Hariri 2005 in Beirut orchestriert haben.
Der getötete Verteidigungsminister Rajha gehört der christlichen Minderheit an. Widersprüchliche Meldungen gab es zum Zustand von Innenminister Mohammed Shaar. Mehrere arabische Sender berichteten, er sei tot. Dem staatlichen Fernsehen zufolge wurde er verletzt.
Zum Anschlag bekannten sich die "Freie Syrische Armee" sowie die islamistische Rebellen-Gruppe Liwa al-Islam. Laut dem Sender "Al Jazeera" könnte es sich beim Attentäter um einen Leibgardisten des Diktators handeln.
Seit vier Tagen liefern sich Rebellen und Militär schwere Kämpfe in der Hauptstadt. Die berüchtigten Shabiha-Milizen des Regimes sollen begonnen haben, mit Messern und Gewehren in den Wohnvierteln Amok zu laufen. Sie wissen, was ihnen blüht, und schrecken vor nichts mehr zurück. Gegenseitige Massaker zwischen der Regimesekte der schiitischen Alawiten und der sunnitischen Mehrheit gehören zur blutigen Realität dieses Bürgerkrieges. Und in vielen Landesteilen geben inzwischen radikale Islamisten, gefördert durch großzügige Waffen- und Finanzhilfen aus der Golfregion, den Ton an.
Die politische Opposition aber, die das ruinierte Land von Assad übernehmen muss, ist total zerstritten. Syriens Tragödie geht also weiter - und es könnte bald noch viel schlimmer kommen.
Die Weltgemeinschaft kann sich derweil zu einem Eingreifen nicht durchringen. Eine mit Spannung erwartete Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine Resolution zu weiteren Sanktionen gegen Syrien wurde auf heute Donnerstag verschoben.
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In ganz Syrien sind nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mehr als 200 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien mindestens 124 Zivilisten, teilte die Aktivistengruppe am Donnerstag mit.









