Wahl in Libyen: Obama spricht von "Meilenstein"
Die erste freie Parlamentswahl in Libyen nach Jahrzehnten der Gaddafi-Herrschaft ist vom Westen als Beginn einer neuen Ära begrüßt worden. Mit Wahlergebnissen wird für Montag oder Dienstag gerechnet.

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US-Präsident Obama sprach von einem "Meilenstein" beim Übergang des Landes zur Demokratie. Knapp neun Monate nach dem Tod Gaddafis wählten die Libyer ein Parlament, das eine neue Regierung benennen und die Bildung einer Verfassungskommission vorbereiten soll.
"Nach mehr als 40 Jahren, in denen sich Libyen im Griff eines Diktators befand, unterstreicht die heutige historische Wahl, dass die Zukunft Libyens in den Händen des libyschen Volkes liegt", erklärte Obama in Washington und sicherte weitere Hilfen seines Landes zu. Die USA würden eng mit der gewählten Versammlung und der neuen Staatsführung zusammenarbeiten. Zugleich macht der Präsident deutlich: "Es gibt immer noch große Probleme, und die Wahl muss in einigen Gebieten zu Ende geführt werden."
Die EU-Außenbeauftragte Ashton erklärte, die Parlamentswahl markiere den "Beginn einer neuen demokratischen Ära". Die Libyer hätten in einem "Klima der Freiheit" gewählt.
Die Wahlbeteiligung erreichte nach ersten Informationen der Wahlkommission 60 Prozent. "Es gehen noch weitere Berichte ein, aber die Zahl der Wähler hat 1,6 Millionen erreicht, das sind 60 Prozent der Stimmberechtigten", sagte der Leiter der Wahlkommission, Nuri al-Abbar, in der Hauptstadt Tripolis. Insgesamt wurden 200 Mandate vergeben, für die sich mehr als 3.700 Kandidaten bewarben. Mit ersten Ergebnissen wurde für Montag oder Dienstag gerechnet. Ähnlich wie in Tunesien und Ägypten dürften nach Einschätzung von Beobachtern auch in Libyen vor allem islamistische Parteien zum Zuge kommen.
Der Wahlgang wurde in mehreren Regionen erheblich gestört, vor allem im Osten des Landes. So konnten in der Stadt Ajdabiya mehrere Wahllokale nicht öffnen. Örtliche Vertreter berichteten von einem Angriff, bei dem ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt wurden. Kurz vor der Wahl waren in Ajdabiya bei einem Brandanschlag Stimmzettel, Wählerlisten und Wahlurnen zerstört worden.









