"Heftiger" Zorn gegen Syrien
Nach dem Abschuss eines Militärjets droht der türkische Regierungschef Erdogan dem Assad-Regime - auf jede weitere Aggression werde man mit militärischen Mitteln reagieren.

Foto © APADer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan
Die NATO hat den Abschuss des türkischen Kampfjets durch die syrische Luftwaffe als "nicht hinnehmbar" verurteilt. "Die Alliierten haben ihre feste Unterstützung und Solidarität mit der Türkei zum Ausdruck gebracht", sagte NATO-Generalsekretär Rasmussen nach einer Krisensitzung des NATO-Rats. Die Türkei reagiert laut Ministerpräsident Erdogan auf jede weitere Aggression mit militärischen Mitteln.
Rasmussen äußerte die Erwartung an Syrien, dass ein "solcher Vorfall sich nicht noch einmal ereignet". Die Einsatzregeln der türkischen Armee seien nach dem Abschuss eines türkischen Militärjets durch Syrien entsprechend geändert worden, sagte Erdogan am Dienstag in Ankara. Der Abschuss der Maschine am vergangenen Freitag sei ein "feindseliger Akt" gewesen. "So wertvoll die Freundschaft der Türkei ist, so heftig ist ihr Zorn", sagte Erdogan vor der Parlamentsfraktion seiner Regierungspartei AKP.
Die Türkei werde nach dem Abschuss des Flugzeug über internationalen Gewässern alle Möglichkeiten des Völkerrechts ausnutzen, sagte Erdogan weiter. Jede weitere syrische Aktion dieser Art werde als Bedrohung aufgefasst und entsprechend beantwortet. Die Türkei werde nicht jenen in die Falle gehen, die einen Krieg wollten, sagte der Regierungschef. Doch sie sei auch kein Land, das "mit gefesselten Händen" auf einen Angriff wie den auf ihr Flugzeug schaue. Am Vortag hatte Vize-Regierungschef Bülent Arinc erklärt, die Türkei werde wegen des Zwischenfalls keinen Krieg führen.
Erdogan deutete zudem eine stärkere Unterstützung seines Landes für die syrische Opposition an. Das Regime von Bashar al-Assad habe jede Legitimation verloren und sei inzwischen nicht mehr nur eine Bedrohung für das syrische Volk, sondern auch für die Türkei, sagte er. Erdogan warnte davor, die Zurückhaltung seines Landes nach dem jüngsten Flugzeugabschuss durch Syrien als Schwäche auszulegen.
Die nach türkischen Angaben unbewaffnete F-4 "Phantom" war nach Darstellung der Regierung in Ankara im internationalen Luftraum abgeschossen worden. Allerdings räumte die Türkei auch ein, dass das Flugzeug zuvor kurzzeitig in den syrischen Luftraum eingedrungen war. Nach syrischer Darstellung wurde das türkische Flugzeug bei der Verletzung syrischen Luftraums abgeschossen.
Unterdessen sind binnen weniger Stunden am Dienstag nach Angaben von Aktivisten in Syrien mindestens 30 Menschen getötet worden.









