Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
23. Mai 2013 16:50 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Großangriff auf Rebellenhochburg Raketen ausgewichen: Syrien beschießt Passagier-Jet Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Unruhen Nächster Artikel Großangriff auf Rebellenhochburg Raketen ausgewichen: Syrien beschießt Passagier-Jet
Zuletzt aktualisiert: 01.06.2012 um 10:41 UhrKommentare

"Schulbeispiel, dass man friedlich nichts erreicht"

Die Diskussion über die Notwendigkeit eines internationalen militärischen Eingreifens in Syriens zur Beendigung der Gewalt steht weiter im Zentrum europäischer Pressekommentare.

"Le Monde" (Paris):
"Die Russen sollten den Augenblick genießen. In den vergangenen Jahren wurde ihnen selten so der Hof gemacht. Für einen kurzen Augenblick sind sie in der Machtposition. Sie scheinen die Einzigen zu sein, die beeinflussen können, was in Syrien geschieht. (...) Der an diesem Freitag in Paris und danach in Washington erwartete Präsident Wladimir Putin ist der Mann, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Er gilt als fähig, dem Blutbad ein Ende zu bereiten, in dem Syrien seit 15 Monaten versinkt. Der frühere KGB-Offizier, der ein untröstlicher Nostalgiker der Sowjet-Ära ist, liebt diese Art von Situation: Russland steht wieder im Mittelpunkt des diplomatischen Spiels."

"Neue Zürcher Zeitung" (NZZ):
"Experten warnen davor, die syrische Armee auf die gleiche Stufe zu stellen wie Gaddafis Truppen (2011 in Libyen). Für einen Luftwaffeneinsatz bedeutend ist die Tatsache, dass Damaskus über moderne russische Abwehrsysteme verfügt, die Libyen nicht hatte. Der militärische Aufwand, um das Regime Assad in die Knie zu zwingen, wird eher mit demjenigen verglichen, der im Irak nötig war, als mit jenem, der in Libyen den Regimewechsel zu erzwingen half. Dies sind einige der Gründe, warum das Weiße Haus eine militärische Intervention gegenwärtig als kontraproduktiv betrachtet, weil sie zu einem noch größeren Chaos und Blutvergießen führen würde."

"Frankfurter Rundschau":
"Syrien ist nicht Libyen. Zurzeit spricht alles dafür, dass ein militärisches Eingreifen von außen noch mehr Blutvergießen zur Folge hätte. Der Konflikt ist äußerst bedrohlich für die ganze Region aufgrund der geopolitischen Konstellation (Beistandspakt zwischen Syrien und Iran, militärische Basis der Russen) und durch die komplexe Lage im Land: Es gibt keine klaren Fronten, eine zersplitterte Opposition, ethnische und religiöse Zerrissenheit. Wer jetzt schon auf die militärische Option setzt, erklärt jedoch den Friedensplan der Vereinten Nationen vorschnell für gescheitert. (...) Die Führungslosigkeit und Uneinigkeit der Opposition in Syrien (auch das ist anders als in Libyen) ist ein Hindernis für eine demokratische Entwicklung - jetzt im Widerstand, später im Umbruch und danach. Welche Garantien könnte eine zersplittere Opposition den Minderheiten heute geben? Welchen Rechtsstaat kann die 'Freie Syrische Armee' heute versprechen? Wer könnte Russland Zusicherungen geben, dass es nicht um seinen Militärstützpunkt, sondern um Demokratie und Menschenrechte in Syrien geht?"

"Der Tagesspiegel" (Berlin):
"Zu Russland muss man Sie sagen! Boris Jelzin, das ist Vergangenheit. Von schierer Verzweiflung geprägte rhetorische Kraftmeierei wie Jelzin hat Putin nicht nötig. Die Supermacht von einst spielt ihre wirtschaftlichen und militärischen Stärken gegen die Abhängigkeiten ihrer Nachbarn wieder virtuos aus. Russland ist die einzige Macht, die Bashar al-Assad überzeugen könnte, dass er sich nicht länger halten kann, dass er einer Lösung wie im Jemen zustimmen muss. Dort leistete der verhasste Präsident (Ali Abdallah Saleh) durch seine Ausreise seinen Beitrag zum Systemwechsel. Putins Zustimmung zu einer Mittlerrolle im Syrien-Konflikt zu erreichen, wäre der größtmögliche Erfolg der diplomatischen Bemühungen von Angela Merkel und Francois Hollande. Zu Russland sollte man tatsächlich 'Sie' sagen. Nicht aus Angst, aus Respekt."

"taz - die tageszeitung" (Berlin):
"Es gibt derzeit dennoch keinen Grund, anzunehmen, die Welt steuere unaufhaltsam auf eine internationale militärische Konfrontation in Syrien zu. Allerdings: Der Friedensplan von Vermittler Kofi Annan kann als gescheitert betrachtet werden, und so hat vor allem einer den Schlüssel zum Frieden in der Hand: der syrische Präsident selbst, neben seinen Verbündeten Russland, China und Iran. Das sind keine Mächte, denen man freudestrahlend die Verantwortung für Krieg und Frieden überträgt. So ist eines schon jetzt klar: Im Syrien-Konflikt wird es keine guten Lösungen geben, bestenfalls zweitbeste."

"Jyllands-Posten" (Aarhus):
"Syrien ist ein Schulbeispiel dafür geworden, wie man auf friedlichem Wege nichts erreicht, sowie auch für die Ohnmacht der Vereinten Nationen. Jetzt bleibt nur, dass die USA wie ihn ähnlichen Situationen früher handeln. Denn der Chicago-Gipfel der NATO hat gezeigt, dass die Allianz nicht das Rückgrat hat, den Bürgern Syriens die Sicherheit zu verschaffen, die sie auch durch Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan nicht bekommen haben. (...) Bisher lehnen die USA eine Militärintervention ab. Aber sie haben auch ein starkes Interesses an der Auswechslung des Regimes in Syrien."


KLEINE.tv

Straßenschlachten in Kairo

Blutige Straßenkämpfe erschüttern die ägyptische Hauptstadt Kairo – min...Bewertet mit 5 Sternen

 

Stichwort: Syrien

Nach über vierzigjähriger Herrschaft ist die autokratischen Herrschaft der Assad-Familie in Syrien ins Wanken geraten.

Grafik: Das Herrschaftssystem/APA
 

Die Unruhen im Bild

Dutzende Tote nach Explosionen in Türkei 

Dutzende Tote nach Explosionen in Türkei

 




Seitenübersicht

Zum Seitenanfang