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Zuletzt aktualisiert: 22.05.2012 um 08:04 UhrKommentare

Neue Gewaltwelle in Syrien - Angst um Libanon wächst

Bei Gefechten in Syrien sind am Montag erneut fast 40 Menschen getötet worden. Auch im Nachbarstaat Libanon nehmen die Spannungen deutlich zu. Die libanesische Opposition wirft Damaskus vor, im Libanon Chaos stiften zu wollen, um von der eigenen Krise abzulenken.

Foto © Reuters

Bei Gefechten in Syrien sind am Montag erneut fast 40 Menschen getötet worden. Bei den Opfern nahe der Hauptstadt Damaskus, in den nordwestlichen Oppositionshochburgen Aleppo und Idlib sowie in der zentralen Stadt Hama handle es sich um mindestens 22 Soldaten, elf Rebellen und fünf Zivilisten, teilten Menschenrechtsaktivisten mit.

Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, wurden bei den Kämpfen auch zahlreiche Panzer und anderes Kriegsgerät zerstört. Eigentlich herrscht in Syrien seit Mitte April ein Waffenstillstand, der aber von beiden Seiten, den Truppen von Präsident Bashar al-Assad und den Kämpfern der Opposition, immer wieder gebrochen wird. Mittlerweile halten sich rund 270 UNO-Beobachter in Syrien auf, die Gewalt setzt sich aber trotzdem fort.

Der Aufstand gegen die syrische Regierung unter Präsident Baschar al-Assad dauert seit mehr als einem Jahr an. Menschenrechtsorganisationen zufolge wurden seitdem mehr als 12.000 Menschen getötet. Die seit mehr als einem Jahr andauernde Gewalt in Syrien schürte auch Spannungen im Libanon. Die libanesische Opposition wirft Damaskus vor, im Libanon Chaos stiften zu wollen, um von der eigenen Krise abzulenken.

"Kritischer Punkt"

Die Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts in Syrien befinden sich nach Einschätzung von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon an einem "kritischen Punkt". Ban sei "zutiefst besorgt" hinsichtlich eines drohenden allgemeinen Bürgerkrieges in Syrien, erklärte sein Sprecher Martin Nesirky am Montag am Rande des NATO-Gipfels in Chicago. Zudem beunruhige ihn die Gewalt im Libanon. Dort waren am Morgen bei Zusammenstößen von Befürwortern und Gegnern des Aufstands in Syrien zwei Menschen getötet worden.

Nach Angaben von Aktivisten töteten syrische Soldaten am Montag nördlich von Damaskus neun Deserteure. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, wollten die Überläufer im Schutz der Dunkelheit aus dem Dorf Jisr al-Ab fliehen, wurden aber von den Truppen aus dem Hinterhalt angegriffen. Der Aufstand gegen die syrische Regierung von Präsident Bashar al-Assad dauert seit mehr als einem Jahr an. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden seitdem mehr als 12.000 Menschen getötet.

Bei Straßenkämpfen zwischen Gegnern und Anhängern Assads wurden in der Nacht auf Montag in der libanesischen Hauptstadt Beirut zwei Menschen getötet und 18 weitere verletzt. Am Sonntag hatten Soldaten an einem Militärkontrollpunkt nahe der nördlichen Hafenstadt Tripoli den sunnitischen Geistlichen Ahmed Abdel Wahid erschossen. Der Scheich war ein erklärter Gegner des Assad-Regimes. Auch ein Begleiter des Mannes kam ums Leben. In der Folge kam es zu Protesten von Anhängern des Geistlichen in Beirut sowie im nördlichen und östlichen Libanon. Im sunnitischen Beiruter Viertel Tarik al-Jadida lieferten sich bewaffnete Unterstützer und Gegner des syrische Regimes heftige Kämpfe, bei denen sogar Maschinengewehre und Panzerfäuste eingesetzt wurden.

Auch das Begräbnis des Geistlichen in dessen Geburtsort Bireh im Nordlibanon verlief am Montag in äußerst gespannter Atmosphäre. Tausende Anhänger des in der Lokalpolitik aktiven und beliebten Scheichs gaben ihm das letzte Geleit. Einige Trauergäste schossen mit halbautomatischen Waffen in die Luft, andere skandierten gegen Assad gerichtete Sprüche wie "Nieder mit Bashar!"

Die NATO schloss unterdessen eine Militäraktion in Syrien nach dem Vorbild des Einsatzes in Libyen im vergangenen Jahr erneut aus. Das Bündnis verurteile das Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte scharf, sagte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Chicago. Dennoch habe die NATO nicht die Absicht, militärisch in die Syrien-Krise einzugreifen.


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