Ein Aufruf zu den Tagen des Zorns
Noch war es recht friedlich in Bahrain. Aber die Rebellen kündigten an, dass die "Tage des Zorns" am Samstag beginnen. Sie sollen sogar unters Formel-1-Publikum geschmuggelt werden. Die Angst wird größer.

Foto © APABernie Ecclestone im Gespräch mit den Scheichs
Bis Donnerstag herrschte an den Straßen zur Rennstrecke in Bahrain noch vorgetäuschte Normalität. Aber am Freitag, mit dem offiziellen Beginn des Rennwochenendes, haben massive Sicherheitsmaßnahmen auf den Zufahrtswegen und rund um die Strecke eingesetzt. Viel Polizei und auch Panzerfahrzeuge an jenen Stellen, an denen "Aktivisten" neben den Highways vermutet werden. Am Vormittag kam es in den Vororten der Hauptstadt Manama auch wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten mit Einsatz von Tränengas und Blendgranaten.
Dazu wurde an den Einfahrten zur Rennanlage jedes einzelne Auto "untersucht". Es gab massive Taschenkontrollen an den Eingängen, bei denen selbst ein harmloser Filzstift als gefährliche Waffe eingestuft wurde und Gefahr lief, konfisziert zu werden, ehe ein "Oberer" der Polizei der Security-Dame erklärte, dass so etwas vielleicht doch eher zum Arbeitsmaterial von Journalisten gehört.
Eine Drohung
Entgegen aller Beteuerungen der Offiziellen, wie harmlos, friedlich und sicher an diesem Formel-1-Wochenende in Bahrain doch alles sei - die Angst ist offenbar dennoch groß, haben die Rebellen doch inzwischen angekündigt, ab dem Samstag "ihre Leute unter das Publikum schmuggeln" zu wollen. Nachdem nach Angaben von Aktivisten allein in den vergangenen Tagen 95 Menschen nach Protesten festgenommen wurden, kündigte die Opposition noch einmal an, den Samstag und Sonntag des Grand Prix mit "Tagen des Zorns" zu stören.
Von vornherein als kritisch eingestufte Journalisten haben auch so ihre lieben Probleme: Kollegen der Agentur AP, die in letzter Zeit kritisch aus Bahrain berichtet haben, hatten bis Donnerstag immer noch kein Visum. Trotz offizieller Akkreditierung für die Formel 1.
Auf der Flucht
Bei den Mitarbeitern des Rennstalls Force India, von denen ja einige am Mittwoch beinahe in ein Scharmützel zwischen Polizei und Rebellen gerieten, wobei in ihrer unmittelbaren Nähe ein Sprengkörper detonierte, scheint derweil auch ein bisschen Panik auszubrechen. Zwei Mechaniker flogen bereits am Donnerstag zurück nach England, das Team ließ am Freitag das zweite freie Training aus, sodass die Vorbereitungen auf den Rest des Wochenendes so früh abgeschlossen waren, dass die gesamte Mannschaft noch bei Tageslicht wieder ins Hotel nach Manama zurückkehren konnte.
Wobei der stellvertretende Teammanager von Force India, Bob Fernley, sich drehte und wendete: Rational gebe es nämlich gar keinen Grund, große Angst zu haben, er fühle sich absolut sicher, aber es gelte eben, auf die "emotionale Verfassung" des Teams und seiner Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen.










